Asse und die Folgen

Grüne fordern aus Asse-Pannen Konsequenzen für Gorleben

Die Pannen im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel müssen nach Ansicht der Grünen im niedersächsischen Landtag Konsequenzen für den möglichen Endlagerstandort Gorleben haben. Das Gorleben-Moratorium läuft noch bis 2010.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover/Wolfenbüttel (ddp/sm) - Das "Atommüll-Desaster der Asse" könne sich in Gorleben wiederholen, warnte Fraktionschef Stefan Wenzel am Montag in Hannover. Maßgebliche Wissenschaftler und Institutionen, die die Asse für sicher erklärt hätten, seien auch verantwortlich für die Festlegung auf Gorleben als Endlagerstandort.

Die Asse sei seinerzeit sogar sorgfältiger ausgewählt worden als der Gorleben-Salzstock, unterstrich Wenzel. Für Gorleben seien "politische und nicht geologische Gründe ausschlaggebend" gewesen. Der Salzstock im Kreis Lüchow-Dannenberg wird seit Ende der 1970er Jahre erkundet. Seit dem Jahr 2000 gilt ein auf zehn Jahre befristetes Moratorium.

Zugleich kritisierte Wenzel die Forderung von CDU und CSU, den Salzstock Gorleben jetzt als Endlager für hoch radioaktiven Müll durchzusetzen. Damit werde deutlich, dass die Union Fakten schaffen wolle. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) hatte dem Magazin "Focus" gesagt: "Wir werden keine Lösung finden, wenn wir immer wieder neu anfangen, nach Endlagern zu suchen. Wir müssen Gorleben jetzt durchsetzen".

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