Umweltausschuss

Grüne fordern Aufklärung zu Giftfunden in Asse

Die Grünen-Umweltexpertin im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, fordert nach den neuen Giftfunden in der Asse Aufklärung durch den Umweltausschuss. Die niedersächsischen Grünen kritisieren, dass Asse als "universelle Abfallgrube" missbraucht werde und fordern ebenfalls schleunigst, alle Fakten aufzudecken

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin /Hannover (ddp-nrd/red) - "Es ist eine ungemütliche Vorstellung, dass neben den chemisch-toxischen Stoffen des radioaktiven Mülls in Asse nun auch hochgiftige Pflanzenschutzmittel ins Grundwasser gelangen könnten", sagte Kotting-Uhl der "Berliner Zeitung". Wie diese Stoffe in das Lager gekommen sein könnten, erschließe sich ihr nicht. "Wahrscheinlich steckt aber auch hinter dieser Entdeckung eine unschöne Wahrheit", fügte die Grünen-Politikerin hinzu.

Auch ein Vertreter des Helmholtz-Zentrums müsse vor den Umweltausschuss geladen werden, forderte Kotting-Uhl. Das Zentrum sei als Nachfolger der Gesellschaft für Strahlenschutz verantwortlich gewesen. Es habe einige Pannen, wie etwa Laugeneinbrüche, in Asse gegeben, die unter der Verantwortung des Zentrums geschehen seien. "Deshalb ist es notwendig, dass sie nun auch Rede und Antwort stehen."

Auch Niedersachen-Grüne fordern schnelle Aufklärung

Indes kritisierte der niedersächsische Grünen-Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel, dass die Kammern in der Asse über Jahrzehnte als "universelle Abfallgrube für jedweden Dreck der Atomindustrie" missbraucht worden seien. Neben Atomfässern mit Brennstäben, noch unbekannten bleiummantelten Sonderverpackungen, Arsen und Pflanzenschutzmitteln tauchten jetzt auf Listen aus dem Jahr 2004 auch noch eingelagerte Tierkadaver auf. Wenzel forderte, es müsse "schleunigst" ein Untersuchungsausschuss kommen, da es sonst kaum noch gelingen könne, alle Fakten über die "mafiösen Strukturen der Atommülllagerung" aufzudecken.

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