Terrorgefahrn

Grüne: CSU verheimlicht Studie zur AKW-Sicherheit

Die Grünen im bayerischen Landtag werfen Umweltminister Markus Söder (CSU) vor, Sicherheitslücken der Kernkraftwerke im Freistaat zu verheimlichen. Demnach habe das Umweltministerium eine Studie zur Sicherheit der Kraftwerke Isar 1, Grafenrheinfeld und Gundremmingen zurückgehalten.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

München (ddp-bay/red) - Laut Grünen-Fraktion hält die Internationale Länderkommission Kerntechnik (ILK) eine Studie geheim, wonach die Atomkraftwerke (AKW) Isar 1, Grafenrheinfeld und Gundremmingen einer gezielten Attacke mit einem Verkehrsflugzeug nicht standhalten würden. Sie forderten am Donnerstag die Herausgabe des Dokuments.

Ministerium: Sicherheitsbelange als Geheimhaltungsgrund

Das Umweltministerium in München widersprach umgehend. "Einzelheiten zu Schutzmaßnahmen machen der Bund und alle Länder aus polizeilichen und sicherheitstechnischen Gründen nicht öffentlich", sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Die Grünen fordern, dass ein ILK-Gutachten von 2002 veröffentlicht wird, in dem vom TÜV Süddeutschland Schwächen im Sicherheitssystem festgestellt wurden. Bei einem Terrorangriff, wie dem am 11. September 2001 in den USA, könnten die AKWs demnach schwer beschädigt oder sogar zerstört werden.

Grüne werfen Union Vertuschung vor

Von der Existenz der Studie erfuhr die Öffentlichkeit erst am Donnerstag. Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Ludwig Hartmann, wirft der bayerischen Regierung nun Vertuschung vor. Aus dem Ministerium war jedoch zu erfahren, dass ähnliche Studien zur Sicherheit von Kernkraftwerken den Abgeordneten mit entsprechnder Sicherheitsfreigabe bereits vorgelegt wurden.

Eine Veröffentlichungspflicht des von den Ländern Bayern, Hessen und Baden-Württemberg gegründeten ILK besteht nach Aussage des Ministeriums nicht. Man wolle möglichen Terroristen keine sicherheitsrelevanten Informationen geben.

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