BUND verlangt Veröffentlichung

GRS-Gutachten: Flugzeugabstürze führen bei jedem AKW zur Katastrophe

Der BUND fordert die Bundesregierung auf, die Öffentlichkeit umgehend über die Gefahren für Atomkraftwerke durch Flugzeugabstürze aufzuklären. Nach einem vertraulichen Gutachten der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) könne der gezielte Absturz eines Verkehrsflugzeugs bei jedem der deutschen Atomkraftwerk (AKW) zu einem Super-GAU führen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Angesichts dieser Ergebnisse müssen nach Auffassung des BUND die im Atomkonsens vereinbarten Restlaufzeiten für AKW radikal verkürzt werden. Klaus Traube, BUND-Atomexperte: "Das Gutachten bestätigt: An jedem Atomstandort in Deutschland könnten Terroristen einen Super-GAU auslösen, dessen Folgen wegen der vielfach höheren Bevölkerungsdichte noch weit katastrophaler als in Tschernobyl wären. Die Bundesregierung weiß von dieser Gefahr seit beinahe einem Jahr und hat noch immer nicht erklärt, was für Maßnahmen sie ergreifen will. Die Menschen haben ein Recht darauf informiert zu werden. Deshalb muss Umweltminister Trittin die Geheimniskrämerei um das Gutachten beenden."

Besonders gefährdet seien die neun älteren Anlagen: Obrigheim, Stade, Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1, Neckar 1 und Unterweser. Bei diesen Anlagen könne schon der Absturz eines kleinen Verkehrsflugzeuges die Katastrophe auslösen. Beim gezielten Absturz eines großen Flugzeugs könnten auch die zehn neueren Anlagen außer Kontrolle geraten.

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