180 Millionen Euro Schaden

Großrazzia wegen Steuerhinterziehung bei Emissionsrechten

Mehr als 230 Geschäftsräume und Wohnungen sind bundesweit am Mittwoch bei Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung durchsucht worden. Dabei geht es um den Handel mit Emissionsrechten, die über eine undurchsichtige Kette weiterverkauft werden sollten.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/red) - Die Aktion habe sich gegen Verantwortliche von etwa 50 Unternehmen und rund 150 Beschuldigte gerichtet, denen vorgeworfen werde, Umsatzsteuer beim Handel von Emissionsrechten hinterzogen zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Mittwoch mit. Durch eine als "Umsatzsteuerkarussell" bezeichnete Vorgehensweise sei nach derzeitigen Erkenntnissen mindestens ein Schaden in Höhe von 180 Millionen Euro entstanden.

Nach Angaben des Online-Portals "Bild.de" gab es auch einen Großeinsatz der Polizei bei der Deutschen Bank in Frankfurt. Ein Sprecher der Bank bestätigte auf ddp-Anfrage, dass Ermittler die Geschäftsräume der Zentrale durchsucht hätten.

Gegenstand der Ermittlungen sind laut Staatsanwaltschaft die sich seit Frühjahr 2009 häufenden Fälle von Umsatzsteuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Handel von Emissionsrechten für Treibhausgase. Es bestehe der Verdacht, dass die Rechte über deutsche Gesellschaften von ausländischen Unternehmern bezogen und zum Zweck der Steuerhinterziehung über eine Kette zwischengeschalteter Gesellschaften weiterveräußert worden seien, hieß es. Bei dem Weiterverkauf sollen regelmäßig weder Umsatzsteuererklärungen abgegeben noch die geschuldete Umsatzsteuer abgeführt worden sein.

An dem bundesweiten Einsatz waren den Angaben zufolge mehr als 1000 Beamte der Steuerfahndung, des Bundeskriminalamtes sowie verschiedener Polizeibehörden unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt beteiligt.

Top