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Großer Atommülltransport nach Frankreich und Großbritannien kurz vor dem Start

In den nächsten Tagen soll nach Informationen der Umweltschutzorganisation Greenpeace der größte jemals in Deutschland durchgeführte Atommülltransport stattfinden. Dazu werden Castor-Behälter aus sieben deutschen Atomkraftwerken vor der deutsch-französischen Grenze zusammengekoppelt und nach La Hague und Sellafield geliefert.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Gegen den anstehenden Transport von deutschem Atommüll nach Frankreich und Großbritannien haben Greenpeace-Aktivisten heute früh vor dem Atomkraftwerk Krümmel mit einer Großbildprojektion protestiert. Mit einem Hochleistungsprojektor gelang es den Umweltschützern einen Slogan auf die Fassade des Atomkraftwerkes zu projizieren: "Nationale Verantwortung heißt, seinen Nachbarn keinen Atommüll vor die Haustür zu kippen!"

Für den - nach Greenpeace-Angaben - größten jemals in Deutschland durchgeführten Atommülltransport rollen Castor-Behälter aus den Atomkraftwerken Unterweser und Stade (Niedersachsen), Neckarwestheim (Baden-Württemberg), Krümmel, Brunsbüttel, Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Grafenrheinfeld (Bayern) Richtung Frankreich. Die Atommüll-Behälter sollen noch vor der deutsch-französischen Grenze zusammengekoppelt werden. Ihre Ziele sind die "Wiederaufarbeitungsanlagen" La Hague (Frankreich) und Sellafield (Großbritannien).

"Bundesumweltminister Jürgen Trittin handelt verantwortungslos wenn er das deutsche Atommüllproblem in unsere Nachbarländer verschiebt", sagt Greenpeace-Energieexperte Sven Teske. Die Umweltschutzorganisation fordert, alle Atomtransporte sofort zu stoppen und die Wiederaufarbeitung weltweit zu beenden. Denn nach Ansicht der Aktivisten verstößt der Entsorgungsweg der Wiederaufarbeitung gegen das im Atomgesetz festgeschriebene Gebot der "schadlosen Verwertung".

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