Umfrage

Große Windkraft-Akzeptanz in NRW / Opposition sieht das anders (aktualis.)

Als Ergebnis einer Umfrage unter den fünf NRW-Bezirksregierungen zum Stand der Windkraftplanung könne festgestellt werden, dass die Gemeinden in NRW "ihre Hausaufgaben weitgehend gemacht und die Windenergienutzung positiv gesteuert" hätten, erklärte Städtebauminister Vesper.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Der Ausbau der Windenergie in Nordrhein-Westfalen stößt laut einer vom NRW-Städtebauministerium in Auftrag gegebenen Umfrage in der Bevölkerung auf hohe Akzeptanz. Wie Städtebauminister Michael Vesper (Grüne) am Dienstag in Düsseldorf mitteilte, gab es Ende Januar dieses Jahres insgesamt 2409 Windkraftanlagen in NRW. Etwa drei Viertel davon seien in so genannten Vorrangflächen oder Konzentrationszonen genehmigt worden.

Als Ergebnis der Umfrage unter den fünf Bezirksregierungen zum Stand der Windkraftplanung könne festgestellt werden, dass die Gemeinden in NRW "ihre Hausaufgaben weitgehend gemacht und die Windenergienutzung positiv gesteuert" hätten, erklärte Vesper. Die Belange des Landschaftsschutzes und die Interessen der Anwohner seien berücksichtigt worden. "Ein Wildwuchs beim Ausbau der Windkraft" finde in NRW nicht statt, betonte der Minister.

Wie es weiter hieß, sind die Konzentrationszonen zu durchschnittlich 64 Prozent ausgelastet. Im windreichen Regierungsbezirk Detmold betrage die Auslastung sogar 75 Prozent. In nicht so windreichen Regierungsbezirken wie Düsseldorf und Köln seien die Zonen jedoch nur zu 44 beziehungsweise 54 Prozent ausgelastet.

Durch eine Verbesserung der Technik der Windmühlen könne zudem die Wirtschaftlichkeit der Anlagen "mittelfristig" verbessert werden. Zwischen den Jahren 2016 und 2020 könne der Punkt erreicht sein, ab dem Windenergie mit dem Strom aus neuen konventionellen Kraftwerken konkurrieren könne.

Die FDP im Düsseldorfer Landtag kritisierte die Ausführungen Vespers als Einladung an die Windindustrie, weitere Windparks im Land zu errichten. Die Partei der Grünen erweise sich in NRW "als willfähriger Erfüllungsgehilfe der Windindustrie", rügte der FDP-Wirtschaftsexperte Gerhard Papke. Die Windenergie stelle keinen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar, sondern belaste Unternehmen wie Verbraucher mit "gigantischen Subventionskosten". Die CDU forderte, dem "Wildwuchs der Windräder" ein Ende zu setzen. Der Ausbau der Windparks in den vergangenen Jahren habe "unser Land mehr verschandelt als die 40-jährige Industrielandschaft", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Helmut Stahl. Von einer Akzeptanz der Windenergie könne deshalb auch "keine Rede" sein.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostrom

    Ökostrom-Umlage für 2014 auf Rekordniveau

    Die vier Betreiber von Höchstspannungsleitungen in Deutschland haben die über den Strompreis zu zahlende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien für 2014 bekannt gegeben. Der vorher durchgesickerte Wert von 6,307 Cent pro Kilowattstunde wurde leicht abgeändert - gleichwohl wurde eine Rekordhöhe erreicht.

  • erneuerbare Energien

    Windenergie wird in diesem Jahr kräftig ausgebaut

    2013 ist ein gutes Jahr für die deutschen Windanlagenbauer. Der Anschluss neuer Windräder liegt auf Rekordniveau und wird wohl so umfangreich sein wie seit dem Rekordjahr 2002 nicht mehr. Doch die Diskussion um die Kosten der Energiewende macht sich bereits bemerkbar.

  • Stromnetz Ausbau

    Weniger neue Windenergieanlagen in der ersten Jahreshälfte

    In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland 436 neue Windenergieanlagen mit 731 Megawatt Leistung installiert - 13 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Ein Grund dafür war die lange Diskussion um die Novelle des EEG - nach deren Verabschiedung erwartet die Branche nun aber einen Aufschwung.

  • Hochspannungsleitung

    Simonis legt Energiebericht Schleswig-Holsteins vor

    Ministerpräsidentin Heide Simonis hat heute im Kieler Landtag den Energiebericht von Schleswig-Holstein vorgelegt. Derzeit wird bereits gut ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs aus Wind erzeugt. Gleichzeitig hält die Landesregierung am Ausstieg aus der Kernenergie fest und will den Offshore-Prozess unterstützen.

  • Strom sparen

    NRW-Minister rechnet mit Milliarden-Investitionen in Kraftwerkspark

    Bis zu zehn Milliarden Euro Investitionen in neue Kraftwerke erwartet der nordrhein-westfälische Energieminister Axel Horstmann. Bereits in den nächsten Monaten rechnet er mit Investitionsentscheidungen für den Bau eines Gaskraftwerks in Hürth sowie eines Steinkohlereferenzkraftwerks im Ruhrgebiet.

Top