Umfrage

Große Mehrheit befürwortet Atomausstieg trotz steigender Strompreise

Fast 70 Prozent aller Befragten antworteten in einer repräsentativen Umfrage am Mittwoch, sie hielten den von Deutschland begonnenen Atomausstieg trotz der steigenden Energiekosten für richtig. Noch mehr, nämlich 81 Prozent, sind allerdings der Meinung, dass der Staat dringend etwas gegen die hohen Strompreise unternehmen sollte.

Atomenergie© Thorsten Schier / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Strompreise in Deutschland steigen, teils wegen der Kosten für die Ökostrom-Umlage, teils wegen anderer Effekte und aufgrund von Subventionen für die energieintensive Industrie - doch die Deutschen zweifeln dennoch nicht am Atomausstieg. 69 Prozent der Befragten in einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage finden den Ausstieg aus der Atomkraft trotz höherer Energierechnungen richtig. 28 Prozent finden den Verzicht auf Atomstrom falsch.

Vater Staat soll's richten

Bei der Entlastung der Verbraucher sehen die meisten Deutschen allerdings Vater Staat in der Pflicht: 81 Prozent fänden es richtig, wenn die Regierung für Entlastung sorgen würde; nur 16 Prozent meinen, die Bürger müssten die Kosten der Energiewende allein schultern. Befragt wurden nach Angaben von N24 am 10. Oktober 2012 rund 1000 Personen in Deutschland.

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