Studie

Handyfotos: Bildqualität weiter im Zentrum der Kritik

Das Potenzial der Handy-Fotografie ist groß, besagt eine aktuelle Studie aus vier Ländern. Besser gesagt, es wäre groß, wenn die mittelmäßige Bildqualität nicht wäre. So wollen immerhin noch 32 Prozent der Befragten ihre Digicam behalten.

Telefonieren© Luis Camargo / Fotolia.com

Die Foto-Branche steht erneut vor dem Umbruch: Nachdem seit Ende der neunziger Jahre analoge von digitalen Kameras abgelöst wurden, verstärkt sich jetzt der Trend, die Digitalkamera durch ein Handy mit Foto-Funktion zu ersetzen. Dieses Potenzial der Handy-Fotografie belegt eine repräsentative Studie des Optik-Spezialisten Schneider Kreuznach. Rund 1000 Personen in Deutschland, China, Indien und den USA wurden konkret zu ihren Nutzungsgewohnheiten beim Fotografieren mit Digitalkameras und Handys befragt.

32 Prozent wollen die Digicam behalten

Jeder vierte Befragte gab an, in Zukunft nur noch mit dem Handy fotografieren zu wollen ("Early Adopters") - vorausgesetzt es wäre qualitativ auf dem Stand heutiger Digital-Kameras der gehobenen Mittelklasse mit rund 6 Millionen Pixel. 43 Prozent sind unter Umständen bereit, dann ihre Digitalkamera durch ein Handy zu ersetzen. Lediglich 32 Prozent geben nach heutigem Stand der Digitalkamera den Vorzug.

Besonders aufgeschlossen gegenüber der Handy-Fotografie sind die Inder und Chinesen: Hier können sich acht von zehn Befragten (79 Prozent) vorstellen, künftig ausschließlich mit dem Handy zu fotografieren.

Während in Indien und China mehr als jeder Zweite mehrmals pro Woche mit dem Handy fotografiert (60 bzw. 52 Prozent), in den USA immerhin noch jeder Vierte (26 Prozent), meldet Deutschland mit 12 Prozent die geringste Anzahl so genannter Power-User und mit 59 Prozent zugleich die höchste Zahl der Nicht-Nutzer.

Kritikpunkt Bildqualität

Die Bildqualität der aktuell auf dem Markt erhältlichen Handys wird in allen vier Ländern als mittelmäßig bewertet. Die unbefriedigende Bildqualität ist, so ein Ergebnis der Umfrage, auch der Hauptgrund für die Nicht-Verwendung der Foto-Funktion des Mobiltelefons - und zwar unisono in allen vier Ländern.

Handy-Hersteller haben diesen Optimierungsbedarf erkannt und setzen bei der Weiterentwicklung ihrer Modelle neben der höheren Auflösung der Sensoren insbesondere auf leistungsfähigere Objektive. Hier wird es künftig die Rolle der spezialisierten Objektivhersteller sein, ihr professionelles Know-how einzubringen und die Fotofunktion der Handys deutlich zu verbessern.

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