Gemeinsame Regelung

Größte deutsche Stromnetzbetreiber wollen kooperieren

Die Strompreise für Verbraucher könnten durch eine Kooperation der drei größten deutschen Stromnetzbetreiber E.ON, Vattenfall und EnBW sinken. Durch eine gemeinsame Regelung der Netze ab Ende Dezember ergäben sich jährliche Einsparungen in hoher zweistelliger Millionenhöhe, hieß es.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Einsparungen könnten zu geringeren Netzentgelten führen, was in der Folge geringere Kosten für den Endverbraucher bedeuten kann, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Vattenfall-Stromnetztochter Vattenfall Europe Transmission, Stefan Dohler.

Die Netzengtelte verlangen die Netzbetreiber von Stromanbietern für die Durchleitung von Energie durch ihr Netz. Sie gelten unter Experten als ein Hauptgrund für die hohen Strompreise. Wie stark die Strompreise sinken könnten, ließ Dohler offen. Von einer "massiven Senkung" zu sprechen, wäre Dohler zufolge allerdings "zu optimistisch".

Künftig sollen die Informations- und Steuerungssysteme von Vattenfall Transmission, EnBW Transportnetze AG sowie E.ON Netz GmbH zusammengeschaltet werden. RWE werde sich nicht beteiligen. Dadurch würden die Kunden im RWE-Zonengebiet, das sich im Westen Deutschlands vor allem über Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erstreckt, nicht profitieren.

Bislang verfügt jeder der vier Betreiber über eigene, strikt voneinander getrennte Netzgebiete, die sogenannten Regelzonen. Durch die Zusammenarbeit der drei Betreiber sollen laut Dohler die drei Zonen so verschaltet werden, dass sich Stromangebot und -nachfrage untereinander ausgleichen. "Dadurch wird das Dagegenregeln, das Kosten verursacht, zu 95 Prozent vermieden", sagte Dohler. Die einzelnen Zonen blieben mit ihrer sicheren Struktur weiter bestehen.

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