Schuldentilgung

Griechischer Sonnenstrom soll Deutschland wärmen

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat am Sonntag einen entschiedenen Kampf gegen einen drohenden Bankrott seines Landes versprochen. Ende September will Papandreou mit Kanzlerin Merkel über einen Import von griechischer Sonnenergie sprechen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Athen/Brüssel (afp/red) - Während einer mehrstündigen Pressekonferenz in Thessaloniki verteidigte der Regierungschef die kurz zuvor von seinem Finanzminister Evangelos Venizelos angekündigte Sondersteuer auf Immobilienbesitz. Diese ist auf zwei Jahre begrenzt und soll den Schuldenhaushalt des Landes um etwa zwei Milliarden Euro entlasten, damit den Sparzusagen gegenüber den Geldgebern entsprochen werden kann.

Neue Milliardenhilfen

Papandreou sprach sich dafür aus, die Auflagen für die Gewährung weiterer milliardenschwerer Hilfen für das hochverschuldete Land strikt einzuhalten. In den Mitgliedsstaaten der Eurozone, deren Parlamente dem neuen Hilfspaket für Griechenland zustimmen müssen, gebe es "Menschen guten, aber auch schlechten Willens". Auch innerhalb des Internationalen Währungsfonds (IWF) gebe es vor der Sondersitzung am Dienstag Fragen, "warum das Geld an Griechenland geht und nicht nach Afrika oder Asien".

Solarenergie für Deutschland

Der Regierungschef teilte mit, dass er bei einem Besuch in Deutschland Ende September mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Unternehmern über den Import von griechischer Solarenergie sprechen werde. Papandreou stellte Investitionen im großen Maßstab in Aussicht, verwies aber auch auf die in Griechenland grassierende "Korruption und Bürokratie", die bekämpft werden müssten.

EU-Währungskommissar Olli Rehn lobte die angekündigte Sondersteuer für Immobilienbesitz als Schritt zur Erfüllung von Athens Verpflichtungen. In einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung teilte er zudem mit, dass die mit dem Hilfspaket befassten Experten der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und IWF in den kommenden Tagen zur Unterstützung der griechischen Behörden nach Athen zurückkehren. Sie waren Anfang des Monats offenbar aus Unzufriedenheit über die mangelnde Zusammenarbeit der griechischen Behörden abgereist. Sollte Griechenland alle Bedingungen erfüllen, könnte die Troika laut Rehn bis Ende des Monats ihre Entscheidung über die Freigabe einer weiteren Tranche an Athen treffen.

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