Hohe Strahlung

Greenpeace zeigt mögliche Routen für Castor-Transport

Eine Woche vor Beginn des Castor-Transports von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben hat Greenpeace Einzelheiten über mögliche Streckenführungen in Frankreich veröffentlicht. Bürger sollten wissen, wann ein gefährlicher Konvoi vorbeifährt, so Greenpeace.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Laut einer Mitteilung vom Freitag sind drei mögliche Stellen vorgesehen, an denen die Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll die Grenze nach Deutschland passieren sollen: der badische Grenzort Kehl, das lothringische Forbach und Lauterbourg im Elsass.

"Die französische sowie die deutsche Bevölkerung müssen wissen, wo und wann ein so gefährlicher Konvoi in ihrer Nähe vorbeifährt", erklärte Yannick Rousselet von Greenpeace Frankreich. Sowohl französische als auch deutsche Behörden halten die Strecke geheim, um Blockaden zu verhindern.

Radioaktivität des Transports entspricht der von Tschernobyl

Rousselet warnte erneut vor dem Transport mit der höchsten radioaktiven Strahlung, den es je gegeben habe. Die Radioaktivität in den Castor-Behältern könne mit der verglichen werden, die nach dem Unfall von Tschernobyl 1986 freigesetzt worden sei.

Der Zug mit insgesamt elf Behältern soll am 5. November nachmittags vom französischen Verladebahnhof Valognes am Ärmelkanal losfahren. Auf deutscher Seite werden mehrere zehntausend Demonstranten erwartet, mehr als je zuvor.

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