Forderung

Greenpeace will Kohlekraftwerke bis 2040 abschalten

Greenpeace hat ein Konzept für den Ausstieg aus der Kohleenergie bis 2040 vorgelegt. Das Unternehmen sieht in Kohlekraftwerken keine Zukunft und verlangt die Abschaltung aller solchen Meiler bis 2040. Die Kraftwerke sollen dabei durch Erneuerbare Energien und moderne Gaskraftwerke ersetzt werden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (AFP/red) - Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace hat am Mittwoch ein Konzept für einen Ausstieg aus der Nutzung der Kohleenergie bis 2040 vorgelegt. Der Studie des Beratungsunternehmens Ecofys zufolge sollen bis 2030 zunächst alle Braunkohle-Kraftwerke vom Netz gehen und zehn Jahre später dann das letzte Steinkohle-Kraftwerk abgeschaltet werden. "Ohne Kohleausstieg wird die Energiewende nicht funktionieren, erklärte Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid.

Erste Kraftwerke sollen schon 2012 vom Netz gehen

Greenpeace wies darauf hin, dass in Deutschland rund 40 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen auf das Konto der Kohlekraftwerke gehen. Ein Ausstieg würde daher helfen, die Klimaschutz-Ziele in Deutschland und Europa zu erreichen. Erste Kraftwerke sollten möglichst bereits 2012 vom Netz gehen. Die Umweltschutz-Organisation argumentiert, dass derzeit bei Engpässen immer zuerst Kohlekraftwerke zugeschaltet würden, während das klimafreundlichere Gas aus Kostengründen zuletzt herangezogen würde.

Kohlekraftwerke haben keine Zukunft

"Kohlekraftwerke haben auf Dauer keine Zukunft", erklärte auch der Grünen-Energieexperte Oliver Krischer. Er forderte, alte Kohlekraftwerke durch erneuerbare Energien sowie durch moderne Gaskraftwerke zu ersetzen. Durch den zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energien dürften Kohlekraftwerke ohnehin immer weniger Betriebsstunden Energie produzieren und wären damit nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben.

Der FDP-Energieexperte Klaus Breil warf Greenpeace dagegen einen "energiepolitischen Irrweg" vor. Er verwies auf bereits bestehende Engpässe bei der Stromerzeugung in Deutschland.

Quelle: AFP

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