Widerspruch

Greenpeace weist Spekulationen über Stromlücke zurück

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hält Spekulationen über eine so genannte Stromlücke in Deutschland für "Irreführung". Solche Behauptungen stützten sich auf ein Gutachten, das von der Energiewirtschaft finanziert worden sei, und seien klare Wahlkampfpropaganda.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Mit solchen falschen Behauptungen wolle die Energiewirtschaft vor allem verlängerte Laufzeiten für Atomkraftwerke sowie die hohe Zahl von klimaschädlichen Kohlekraftwerken durchsetzen, erklärte Greenpeace am Mittwoch in Berlin. Nach Ansicht der Umweltschützer konstruiert ein von der Energiewirtschaft finanziertes Gutachten diese Stromlücke.

So werde von einem zu hohen Strombedarf für 2020 ausgegangen sowie die deutlich geringere Leistung von Erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen angenommen. In der Summe sei der Studie zufolge die gesicherte Kraftwerksleistung für 2020 um bis zu 27 000 Megawatt niedriger als in vergleichbaren Untersuchungen. Tatsächlich werde es 2020 eine Überkapazität von zwölf Großkraftwerken geben.

Nach Darstellung des Greenpeace-Energie-Experten Roland Hipp hilft die Atomkraft weder dem Klimaschutz noch sorgt sie für sinkende Strompreise. Gleichzeitig verwies er auf Szenarien der Bundesregierung, wonach der Atomausstieg Innovationen für Erneuerbare Energien vorantreibe. Mit rund 250 000 Beschäftigten arbeiteten in der Branche bereits mehr Menschen als in der Atom- und Kohleindustrie zusammen.

Nach einer im März bekanntgewordenen Studie der bundeseigenen Deutschen Energieagentur (dena) fehlen im Jahr 2020 rund 15 Großkraftwerke für eine ausreichende Stromversorgung. Bereits ab 2012 stünden nicht mehr ausreichend Kraftwerke zur Verfügung, so dass sich Verbraucher auf steigende Strompreise einrichten müssten, hieß es.

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