Greenpeace warnt vor Tschernobyl

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Das Atomkraftwerk von Tschernobyl, in dem es 1986 zum schwersten Atomunfall der Geschichte kam, ist schon seit längerer Zeit wieder in Betrieb. In den nächsten Tagen soll auch der Block drei dieser Anlage in der Ukraine wieder ans Netz gehen. Greenpeace warnt vor dem Wiederanfahren des Reaktors.


"Block drei entspricht genau dem Reaktortyp, der 1986 explodierte und seine Radioaktivität über ganz Europa verbreitete. Der einzige Unterschied: Block drei ist inzwischen 14 Jahre älter", sagte Greenpeace-Energieexperte Veit Bürger. Er appellierte an den gerade wiedergewählten Staatspräsidenten der Ukraine, Leonid Kutschma, auf die erneute Inbetriebnahme des Risikomeilers zu verzichten.


Dabei ist, so Greenpeace, Block drei für die Energieversorgung der Ukraine überflüssig. Schon in den letzten beiden Jahren sei der Reaktor häufig abgeschaltet worden. Er weise schwere Sicherheitsmängel auf und arbeite vollkommen ineffektiv. Da ein Großteil der Stromrechnungen in der Ukraine seit langem nicht mehr bezahlt werde, fahre die Anlage ohnehin keine Gewinne mehr ein.


Mit dem Wiederanfahren des Katastrophenreaktors breche Präsident Kutschma eine Vereinbarung mit den G7-Staaten von 1995, nach der Tschernobyl Ende dieses Jahres stillgelegt werden sollte. Dafür hatten die G7-Staaten der Ukraine 3,4 Milliarden Mark an Krediten und Bürgschaften in Aussicht gestellt. Das 1995 zwischen der Ukraine und den G7-Staaten vereinbarte "Memorandum of Understanding" sehe die Förderung der kostengünstigsten Alternative zu Tschernobyl vor.

Das könnte Sie auch interessieren
Top