Verantwortungslos

Greenpeace warnt vor längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken

Nach einer neuen Studie von Greenpeace gehören die vier Atomkraftwerke, die laut Ausstiegsplan in der nächsten Legislaturperiode vom Netz gehen müssen, zu Deutschlands störanfälligsten Reaktoren. Deshalb sei es "verantwortungslos", wenn die Abschaltung von CDU und CSU verhindert würde.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace warnt Union und FDP vor einer Laufzeit-Verlängerung der deutschen Atomkraftwerke. Wenn eine mögliche schwarz-gelbe Regierung die geplante Abschaltung von vier Reaktoren während der nächsten Legislaturperiode verhindere, entstünden massive Sicherheitsrisiken, sagte Greenpeace Atomexperte Thomas Breuer am Montag in Berlin. Deshalb sei es "verantwortungslos", wenn die "Schrottreaktoren" Biblis A und B, Brunsbüttel und Neckarwestheim 1 weiterbetrieben würden.

"Atomkraft ist gefährlich, sie ist unbeherrschbar, zu teuer, und die Menschen in Deutschland wollen sie nicht. Das muss auch Frau Merkel einsehen", betonte Breuer. Schon seit Jahren sei kaum noch Geld in die Sicherheitssysteme dieser Reaktoren investiert worden, weil sie in Kürze abgeschaltet werden sollten. Bei einer Greenpeace-Studie hätten die vier betroffenen Reaktoren deshalb unter anderem in den Kategorien Unfallrisiko und Störanfälligkeit besonders schlecht abgeschnitten.

Die FDP-Umweltexpertin Birgit Homburger warf hingegen der rot-grünen Bundesregierung, sie habe nach wie vor kein tragbares Alternativkonzept zur Atomenergie vorgelegt. Solange ein Atomkraftwerk alle Sicherheitsanforderungen erfüllt, müsse es auch betrieben werden dürften, sagte Homburger in Berlin.

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