Heiße Fassade in kalter Nacht

Greenpeace: Wärmedämmung könnte Tausende neuer Jobs schaffen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Bundesregierung aufgefordert, künftig im Rahmen der Wärmeschutzverordnung Wohneigentümer zur Sanierung ihrer Gebäude zu verpflichten. Im Hamburger Raum aufgenommene Thermografie-Bilder hätten eine massive Energieverschwendung durch fehlende Wärmedämmung gezeigt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Neue von Greenpeace in Auftrag gegebene Thermografie-Bilder von Wohnblocks aus dem Hamburger Raum zeigen eine massive Energieverschwendung durch fehlende Wärmedämmung. Darauf hat die Umweltschutzorganisation aufmerksam gemacht und zugleich darauf hingewiesen, dass Eigentümer ihre Gebäude "verwahrlosen" lassen und trotzdem Miete kassieren könnten. Dabei, so Greenpeace, könne das großflächige Sanieren von Altbauten bundesweit jährlich 50 bis 70 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. Das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie habe schon 1999 für Greenpeace errechnet, dass hierdurch bis zu 400.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten.

"Bei über fünf Millionen Arbeitslosen ist es völlig unverständlich, warum die Bundesregierung die Förderung der Gebäudesanierung zwar gerne fordert, sie aber nur zögerlich angeht", kommentiert Jonas Mey, Energie-Experte von Greenpeace

Viele Immobilienbesitzer würden die Modernisierung "wegen kurzfristiger Profitinteressen" vernachlässigen. Eine gute Wärmedämmung spare 40 bis 50 Jahre lang Energie und schütze das Haus. Dafür müsse aber investiert werden. "Viele Immobilienspekulanten quetschen lieber Profit aus ihren Häusern und bauen darauf, dass sich am Ende die öffentliche Hand ihrer runtergewirtschafteten Gebäude annehmen wird", sagt Mey. Und weiter: "Sie handeln nach dem Motto: Was schert mich der Energieverbrauch - die Heizkosten zahlt ja der Mieter. Dass dabei Energie verschwendet und das Klima unnötig angeheizt wird, ist ihnen egal."

Städte und Gemeinden könnten in solchen Fällen meist nur tatenlos zusehen. "Die Bundesregierung muss handeln", so Mey. Greenpeace fordert deshalb die Bundesregierung auf, künftig im Rahmen der Wärmeschutzverordnung Wohneigentümer zur Sanierung ihrer Gebäude zu verpflichten.

Greenpeace hat eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Wochen in der Hamburger Umgebung mit einer Wärmebildkamera über hundert "verwahrloste" Miet-Hochhäuser des Eigentümers Gerd Thormählen fotografieren lassen. Ergebnis: An allen Ecken und Enden signalisierten rote Flecken auf den grünlich blauen Bildern Wärmelecks, die besonders in den kalten Monaten zu erheblicher Energieverschwendung führten. Thormählen kaufte insgesamt über tausend Wohnungen für symbolische Preise von der "Neue Heimat". Er kassiere zwar seit den 80er Jahren Miete, stehle sich aber aus der Verantwortung zur Sanierung und lasse die Gebäude trotz des Drucks der Stadtväter verkommen.

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