Dinosaurier

Greenpeace und WWF warnen vor Investitionen in Kohle

Die Umweltorganisationen WWF und Greenpeace haben sich gestern auf der RWE-Hauptversammlung in Essen gegen Investitionen in neue Kohlekraftwerke ausgesprochen und stattdessen eine Entscheidung für erneuerbare Energien oder Gas- und Dampfkraftwerke vorgeschlagen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Auf der RWE-Hauptversammlung gestern in Essen warnten die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und WWF vor Fehlinvestitionen in klimaschädliche Braunkohle-Kraftwerke wie das geplante in Neurath bei Köln. Vor den Aktionären wurde RWE aufgefordert, statt dessen auf erneuerbare Energien und klimafreundlichere Gas- und Dampfkraftwerke zu setzen.

"Der Anteil an Erneuerbaren Energien im Strommix wird weiter wachsen. Dann braucht unser Energiesystem flexibel regulierbare Kraftwerke, die sich dem schwankenden Strom von Sonne und Wind anpassen können", erklärte Jonas Mey, Energie-Experte von Greenpeace. "Braunkohle-Kraftwerke sind Dinosaurier der Vergangenheit. Sie sind schwerfällig regulierbar. In einem Energiesystem mit viel erneuerbaren Energien können sie nicht wirtschaftlich betrieben werden."

"Das Unternehmen steht am Scheideweg", betonte auch Regine Günther, Leiterin des Referats Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. Entscheiden sich die Manager des Energiekonzerns bei den anstehenden Investitionen für Kohlekraftwerke, sei dies nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern mittelfristig eine Gefahr für die Dividende.

Die Umweltschützer forderten RWE daher auf, im Sinne einer stabilen und vorausschauenden Finanzplanung des Unternehmens in erneuerbare Energien und klimafreundlichere Gas- und Dampfkraftwerke zu investieren.

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