Greenpeace und NABU verurteilen Genehmigung für Castor-Transporte nach La Hague

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und der Naturschutzbund (NABU) haben die am Freitag vergangener Woche vom Bundesamt für Strahlenschutz (Salzgitter) erteilte Genehmigung für acht Castortransporte in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague verurteilt. "Rot-Grün setzt die Atommüllspirale wieder in Gang", kommentierte Greenpeace, derweil der NABU der Regierung vorwarf, sowohl das Atomgesetz als auch die Konsensvereinbarung, worin die schadlose Verwertung von Atommüll als einziger Entsorgungsweg festgehalten ist, zu widerlegen. "Der so genannte Atomkonsens erweist sich als umweltpolitischer Rohrkrepierer", so NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Im Rahmen des Atomkonsenses hatten sich die Bundesregierung und die Atomindustrie darauf verständigt, die Transporte zu den Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield (England) und La Hague (Frankreich) bis zum 30. Juni 2005 weiterlaufen zu lassen.



"Deutschland ist bei einem der größten Umweltverbrechen unserer Zeit wieder dabei. Der Ärmelkanal wird weiterhin durch die radioaktiven Abwässer verseucht. Das Atommüllproblem bleibt weiterhin ungelöst", so Veit Bürger, Energieexperte bei Greenpeace. Er machte darauf aufmerksam, dass Greenpeace in den letzten Jahren wiederholt durch wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen habe, dass durch die radioaktiv verseuchten Abwässer der Wiederaufarbeitungsanlagen "ganze Landstriche und Meeresregionen" radioaktiv verstrahlt würden. Alleine in La Hague würden täglich rund 1,4 Millionen Liter radioaktiv verseuchte Abwässer in den Ärmelkanal fließen.



"Während sich die Bundesregierung als Architekt des Atomausstiegs feiert, geht die radioaktive Verseuchung im Ausland weiter", warf Flasbarth den politisch Verantwortlichen vor. Eine "Pseudo-Entsorgung wie die in La Hague verschleppe und erschwere eine sichere Endlagerlösung", so Flasbarth weiter. Und: "Für Stade, Biblis und Philippsburg gibt es nur eine akzeptable Lösung: Abschalten".

Das könnte Sie auch interessieren
Top