Kartenhaus?!

Greenpeace und BI kippen 30 Tonnen Kartoffeln vor das Zwischenlager Gorleben

Die Wände des Atommüll-Zwischenlagers Gorleben seien zu dünn und deshalb sei der Bau maximal als Kartoffelscheune geeignet. Diese Auffassung wollten Umweltschützer heute verdeutlichen und kippten deshalb eine ganze Menge Kartoffeln vor das Lager.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Aus Protest gegen den bevorstehenden Castor-Transport, haben 20 Aktivisten von Greenpeace und der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg vor dem Eingang des atomaren Zwischenlagers 30 000 Kilogramm Kartoffeln abgeladen. An das Tor schweißten sie eine Metallplatte mit der Aufschrift: "Atommüll-Lager Gorleben: So sicher wie eine Kartoffelscheune. Stop Castor!" Auf dem Berg mit Kartoffeln stecken gelbe Fahnen und ein Transparent mit gleicher Aufschrift. Der Zug mit Atommüll soll in etwa zehn Tagen aus Frankreich nach Gorleben rollen.

"Das Atommülllager Gorleben ist nicht mehr als ein Sicht- und Regenschutz", sagt Mathias Edler, Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. "Aus Sicht der wendländischen Bauern taugt die Halle allenfalls als Kartoffellager. Die Castorbehälter enthalten vergleichbar viel Radioaktivität wie bei der Tschernobyl-Katastrophe in die Umwelt gelangt ist. Unglaublich, dass sie quasi unter freiem Himmel lagern. Bei Flugzeugabstürzen oder gezielten Angriffen würde die Halle wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Auch die Behälter sind nicht ausreichend gegen Anschläge geschützt."

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