Windstärke 12

Greenpeace-Studie: Windkraftstrom wird immer billiger

Eine Studie, die Greenpeace und die Europäische Windenergie-Vereinigung EWEA heute auf der Fachmesse "WindEnergy 2004" in Hamburg vorstellten, prognostiziert der Branche für die nächsten zehn Jahre ein jährliches Wachstum von 25 Prozent. Voraussetzung: Die Benachteiligung muss beseitigt werden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (ots) - Der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde Strom aus Windkraft wird kontinuierlich sinken - wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft. Zu diesem Ergebnis kommt die Zukunfts-Studie "Windstärke 12", die Greenpeace und die Europäische Windenergie-Vereinigung EWEA heute auf der Fachmesse "WindEnergy 2004" in Hamburg vorstellen.

Sie prognostiziert der Branche für die nächsten zehn Jahre ein jährliches Wachstum von 25 Prozent. Dabei entstehen weltweit über zwei Millionen neue Arbeitsplätze. Damit dieses "Windwirtschaftswunder" eintritt, fordern Greenpeace und die EWEA, die Benachteiligung der Windkraft gegenüber herkömmlichen Kraftwerken zu beseitigen. "Hindernisse für die Windkraft sind vor allem ein erschwerter Netzzugang und bürokratische Hürden", sagt Corin Millais, Geschäftsführer der EWEA. "Wenn diese Hindernisse beseitigt werden, kann die Windindustrie bis zum Jahr 2020 ihren Umsatz verzehnfachen, von jetzt acht auf 80 Milliarden Euro", fügt Greenpeace-Energieexperte Sven Teske hinzu.

"Windstärke 12" zeichnet die weltweite Entwicklung der Windkraft unter optimalen Bedingungen bis 2020 auf. Der Anteil an der Stromversorgung wird demnach auf zwölf Prozent steigen. Weil mehr produziert wird, sinke der "Gestehungspreis", also der Preis für die reine Produktion des Stroms: An den günstigsten Standorten von heute 3,79 auf 2,45 Euro-Cent pro Kilowattstunde. Wegen wachsender Turbinengrößen würden weniger Anlagen erforderlich sein. Insgesamt können knapp elf Milliarden Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, weil Windkraftanlagen klimaschädliche Kohle- und Ölkraftwerke ersetzen.

Die Studie geht davon aus, dass die OECD-Staaten führend beim Neubau von Windrädern sein werden, insbesonders die USA (176 Milliarden Euro Investitionen) und Europa (131 Milliarden). Aber auch China wird mit 105 Milliarden einen bedeutenden Beitrag leisten. Als wichtige politische Voraussetzung für diesen Boom nennt die Studie unter anderem ein Gesetz, das die Einspeisung und Vergütung von sauberem Strom regelt, wie etwa das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland.

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