Als Endlager ungeeignet

Greenpeace: SPD muss Gorleben verhindern

Noch in dieser Legislaturperiode will die neue Bundesregierung das Endlagerproblem in Deutschland lösen. So steht es im neuen Koalitionsvertrag. Dass Gorleben dabei eine Rolle spielt, wollen die Umweltschützer von Greenpeace unbedingt verhindern und setzen dabei auf den designierten Umweltminister Sigmar Gabriel.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Karlsruhe (red) - Greenpeace-Aktivisten haben beim gestrigen SPD-Parteitag in Karlsruhe dagegen protestiert, Gorleben zum Endlager für radioaktiven Müll zu machen. Sie fordern stattdessen eine alternative Standortsuche. Für den kommenden Samstag ist der nächste Castor-Transport aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage in La Hague ins niedersächsische Gorleben geplant.

"Nur die Suche nach einem alternativen Endlager kann verhindern, dass der unsichere Standort Gorleben faktisch zementiert wird", sagte Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace. "Vor allem müssen die SPD-Landesverbände ihren designierten Umweltminister Sigmar Gabriel bei diesem Vorhaben geschlossen unterstützen. Greenpeace setzt dabei insbesondere auf Sigmar Gabriel, den designierten Umweltminister. Als ehemaliger Ministerpräsident von Niedersachsen stehe er Gorleben sehr kritisch gegenüber. Schon 1999 hatte er in einem Interview mit der Berliner Zeitung festgestellt: "Nach unseren Erkenntnissen und unserer Überzeugung ist Gorleben ungeeignet."

Seit Jahren warnen Wissenschaftler davor, dass Gorleben als Endlager ungeeignet ist, machen die Umweltschützer deutlich. Das erforderliche wasserdichte Deckgebirge fehle auf einer Fläche von 7,5 Quadratkilometern. In dieser so genannten "Gorlebener Rinne" liegen Geröll und Grundwasser direkt auf dem Salz. Damit bestehe die Gefahr, dass aus dem Atommüll gelöste Radionuklide in das Grundwasser gelangen und dieses verseuchen.

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