Informationstour

Greenpeace sagt Boom für Windkraft auf hoher See voraus

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will in den kommenden Wochen über den Ausbau von erneuerbaren Energien informieren. Dazu wird sie mit ihren Schiffen Küstenstädte der Nordsee, des Atlantiks und des Pazifiks anlaufen. Zugleich fordern die Aktivisten von den nördlichen Industrieländern eine Umstellung ihrer Energieversorgung.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Nutzung der Windkraft ist europaweit auf dem Vormarsch. Allein in der deutschen Windkraftindustrie gibt es inzwischen 35 000 Arbeitsplätze und damit fast doppelt so viele wie in der Atomindustrie. Die Nordseeländer könnten langfristig rund ein Drittel ihres Strombedarfs mit Windrädern auf hoher See erzeugen. Dies erklärte Greenpeace heute im dänischen Esbjerg zum Auftakt einer weltweiten Informationstour über den Ausbau von erneuerbaren Energien.

Mit den Greenpeace-Schiffen "Rainbow Warrior" und "Arctic Sunrise" will die Umweltorganisation bis zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung Ende August in Johannesburg Küstenstädte der Nordsee, des Atlantiks und des Pazifiks anlaufen, um neben der Werbung für erneuerbare Energie auch vor den Gefahren und Schäden der Atomkraft und der fossilen Brennstoffe zu warnen. Erste Station war heute der weltweit größte Windpark auf offener See (Offshore) in der dänischen Nordsee, der zurzeit etwa 40 Kilometer nord-westlich von Sylt errichtet wird. 80 Windräder werden am so genannten Horns Rev in Zukunft 160 Megawatt Strom pro Jahr erzeugen, was dem Energiebedarf einer 150 000 Einwohnerstadt entspricht.

Greenpeace fordert gleichzeitig, dass die nördlichen Industrieländer wie Großbritannien, Niederlande, Dänemark und Deutschland ihre umweltschädliche Energieversorgung umstellen. Auf dem Erdgipfel in Johannesburg müsse es außerdem klare Zusagen für den Aufbau von erneuerbaren Energien in den sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern geben. Für Deutschland sollten bis zum Jahr 2010 Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von 3000 Megawatt aufgebaut werden.

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