Erneuerbare im Kommen

Greenpeace rechnet vorerst nicht mit AKW-Neubau in Schweden

Greenpeace rechnet vorerst nicht mit dem Neubau von Atomkraftwerken in Schweden. Das Land sei auf europäischer Ebene eine Verpflichtung eingegangen, bis 2020 rund die Hälfte der Energieversorgung durch Erneuerbare Energien bereitzustellen, sagte die Greenpeace-Expertin für Klima- und Energiefragen, Martina Krüger.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Zudem gebe es dazu bislang lediglich eine Koalitionsvereinbarung. Ein entsprechender Gesetzentwurf liege noch nicht vor. Ob ein solches Gesetz im Parlament überhaupt eine Mehrheit fände, sei zudem nicht ausgemacht. Die schwedische Regierung hatte eine Abkehr vom geplanten Atomausstieg bekanntgegeben und dies mit der Energiesicherheit und dem Klimaschutz begründet.

Große Potenziale an erneuerbaren Energien

Die Greenpeace-Expertin betonte, es werde weiter in Erneuerbare Energien investiert. In Schweden werde traditionell viel Energie aus Wasserkraft gewonnen. Die Windkraft stehe gerade vor dem Durchbruch. Die Entscheidung der Regierung zur Atomkraft sei daher ungünstig in Hinsicht auf potenzielle Windkraft-Investoren. Krüger betonte, Schweden habe "unglaubliche Potenziale" an erneuerbaren Energien. Im Vergleich zur Atomkraft sei Windkraft "viel billiger".

Krüger sagte weiter, die Schweden glaubten, sie hätten die sichersten Atomkraftwerke überhaupt - ungeachtet des schweren Zwischenfalls im AKW Forsmark 2006. Im AKW Forsmark war am 25. Juli 2006 die Stromversorgung zur Kühlung des Reaktors in Teilen ausgefallen. Der Reaktor wurde heruntergefahren. Experten werteten den Vorfall damals als fast-GAU.

Auch Schweden hat keine Endlager-Lösung

Laut Krüger sind in Schweden derzeit zehn AKWs an drei Standorten am Netz. Ebenso wenig wie Deutschland habe Schweden jedoch eine Antwort auf die Frage der Endlagerung von Atommüll. Bis 2010 solle ein Konzept vorgelegt werden, wie Atommüll "im Berg verbaut" werden könne. Derzeit gebe es mehrere Zwischenlager direkt an den AKWs sowie ein zentrales Zwischenlager.

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