Braunkohlenutzung

Greenpeace protestiert in Brandenburg gegen Energiepolitik

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat vor der Potsdamer Staatskanzlei gegen die ihrer Ansicht nach verfehlte Energiepolitik der Landesregierung protestiert. Die rund 25 Aktivisten hängten am Montag ein Banner mit der Aufschrift "Braunkohle zerstört unsere Zukunft, Herr Platzeck!" auf.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Zudem verteilten sie Flugblätter mit dem Aufruf, am gerade gestarteten Volksbegehren "Keine neuen Tagebaue" teilzunehmen. Brandenburg sei aufgrund des hohen Anteils an Braunkohlestrom bundesweit auf Platz eins der Treibhausgas-Emittenten je Einwohner, sagte Greenpeace-Sprecher Jörg Feddern.

Jeder Brandenburger verursache über 20 Tonnen CO2 pro Jahr. Das sei mehr als doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Allein die beiden Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe stießen jährlich 36 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus. Das seien etwa zehn Prozent der Emissionen aus der Stromerzeugung in Deutschland. Mit dem Volksbegehren könne jetzt "ein unübersehbares Signal an die Landesregierung gesendet werden, dass sie mit ihrer Energiepolitik auf dem Holzweg sind".

Regierung: Brandenburg bei Erneuerbaren spitze

Regierungssprecher Thomas Braune sagte, die "Greenpeace-Kritik greift zu kurz". Brandenburg gehöre bundesweit zu den Spitzenreitern bei der Anwendung erneuerbarer Energien, eine vollständige Umstellung auf regenerative Energien zum jetzigen Zeitpunkt sei aber illusionär. "Braunkohle ist weltweit verfügbar und wird - ob Greenpeace dies will oder nicht - zunehmend als Energieträger genutzt", sagte Braune.

Deshalb sei es umso wichtiger, die Kohle CO2-arm zu verstromen. Bei den Forschungen zu dieser Technologie sei Brandenburg weltweit führend. "Wir wüssten Greenpeace gern an unserer Seite bei unseren Bestrebungen, die Nutzung der Kohle weltweit klimafreundlicher zu gestalten", sagte Braune.

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