Braunkohle-Nutzung

Greenpeace protestiert im Tagebau Jänschwalde

Rund 30 Greenpeace-Aktivisten haben am Mittwoch im Tagebau Jänschwalde bei Cottbus gegen die Nutzung von Braunkohle als Energieträger protestiert. Vattenfall stellte Strafanzeige, die Polizei beendete am frühen Nachmittag nach gut sieben Stunden die Aktion. 29 Aktivisten wurden dabei vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Jänschwalde (ddp-lbg/sm) - Mehrere Teilnehmer blockierten am Morgen einen Abraumbagger. An der Tagebaukante entrollten sie ein etwa 35 Meter langes Banner mit der Aufschrift "Stopp".

Braunkohle-Ausstieg bis 2040 gefordert

Mit der Aktion unterstützen die Aktivisten das Volksbegehren gegen neue Braunkohletagebaue in Brandenburg. "Braunkohle zerstört das Klima wie kein anderer Brennstoff", sagte Greenpeace-Sprecher Jörg Feddern. Allein die beiden Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe stießen pro Jahr 36 Millionen Tonnen CO2 aus. Das seien etwa zehn Prozent der Emissionen der Energieerzeugung in Deutschland. Greenpeace fordere, bis spätestens 2040 aus der Braunkohle auszusteigen.

Aufruf zur Teilnahme an Volksbegehren

Zugleich rief die Organisation alle Brandenburger auf, am Volksbegehren gegen neue Braunkohletagebaue teilzunehmen. Hintergrund ist der Plan des Energiekonzerns Vattenfall, fünf neue Tagebaue in der Lausitz zu erschließen. Für einen Erfolg des Volksbegehrens müssen bis zum 9. Februar 80.000 Unterschriften zusammenkommen. Dann muss sich der Landtag mit einem Gesetzesentwurf zum mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohleförderung beschäftigen.

Vattenfall: Bergbau sichert tausende Arbeitsplätze

"Wir sind empört über die zunehmende Konfliktbereitschaft der Tagebaugegner", sagte der Lausitzer Vattenfall-Sprecher Markus Füller in Cottbus. Die Greenpeace-Aktivisten hätten mit der Aktion ihre eigene Sicherheit, die der Beschäftigten und den Produktionsablauf im Tagebau gefährdet. "Es ist anmaßend, mit solchen Mitteln ein in Brandenburg stattfindendes Volksbegehren gegen neue Tagebaue von außen beeinflussen zu wollen", sagte Füller.

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates der Vattenfall Europe Mining AG, Helmut Franz, verwies darauf, dass Bergbau und Stromerzeugung direkt und indirekt mehr als 16.000 Arbeitsplätze in der Lausitz sicherten. Dass bei einem Ende der Braunkohleverstromung Tausende Jobs auf dem Spiel stünden, sei Greenpeace egal, sagte er.

Die in Gewahrsam genommenen Aktivisten seien nach Feststellung ihrer Identität wieder auf freien Fuß gesetzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Vor zwei Wochen hatte Greenpeace bereits vor dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde demonstriert.

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