Vernichtung von Steuergeldern

Greenpeace protestiert gegen Pro-Kohle-Politik

Greenpeace-Aktivisten haben gestern vor dem Wirtschaftsministerium in Berlin mit Kipplastern gegen die Verschwendung von Steuergeldern für die Förderung von Kohle protestiert: "Wenn Clement und die Kohlelobby sich jetzt durchsetzen, kann Deutschland seine Klimaschutzziele vergessen."

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Gegen die Pro-Kohle-Politik von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) protestierten gestern 25 Greenpeace-Aktivisten vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Mit Kipplastern hatten sie zwei mannshohe Berge - einen aus Kohle und einen aus "Steuergeld"-Säcken - in den Eingang des Ministeriums geschüttet. Die Berge sollten die Verschwendung von Steuergeldern für die Förderung von Kohle zeigen. Auf einem Banner fordern die Umweltschützer: "Keine Subventionen für Kohle! Erneuerbare Energien fördern!"

"Die Kohleindustrie vernichtet gigantische Mengen unserer Steuergelder", sagte Jörg Feddern, Energieexperte von Greenpeace. "Viereinhalb Milliarden Euro verschwinden jedes Jahr in direkten und indirekten Subventionen für diese veraltete Energieform. Dagegen erhalten die sauberen neuen Energien gerade einmal 124 Millionen - das sind nicht einmal drei Prozent der Kohlesumme. Wenn Herr Clement von einer Dauersubvention der Erneuerbaren Energien spricht, verkehrt er die Tatsachen und täuscht die Bürger."

"Wenn Clement und die Kohlelobby sich jetzt durchsetzen, kann Deutschland seine Klimaschutzziele vergessen", wird Feddern deutlich.

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