Welt ohne Atomkraft

Greenpeace: Protest auf Förderturm in Gorleben

20 Greenpeace-Aktivisten haben heute nacht den 60 Meter hohen Förderturm auf dem Gelände des geplanten Endlagers in Gorleben erklommen und ein riesiges Banner gespannt. Der Castor-Transport, in dessen Verlauf ein 21-jähriger Franzose starb, erreicht heute im Laufe des Tages sein Endziel im Wendland.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Gorleben (red) - Aus Protest gegen die Gefahren der Atomenergie haben 20 Greenpeace-Aktivisten heute nacht einen 60 Meter hohen Förderturm auf dem Gelände des geplanten Endlagers Gorleben erklommen. Sie spannten ein Banner mit der Aufschrift "Atommüll sicher lagern? Hier sicher nicht!".

Mit Trauerbinden und einem großen Trauerflor nehmen die insgesamt 70 Umweltschützer zudem Bezug auf den tragischen Unfall in Frankreich, bei dem vorgestern ein 21-jähriger Atomkraftgegner zu Tode kam. "Atomkraft nimmt keine Rücksicht auf die Belange der Menschen", erläuterte Thomas Breuer, Atomexperte bei Greenpeace. "Weder in Frankreich, wo täglich gefährliche Transporte durchs ganze Land gehen, ohne dass die Ängste der Bevölkerung ernst genommen werden, noch hier im Wendland, wo ein Atommüllendlager in einem undichten Salzstock geplant ist."

"Der Salzstock in Gorleben ist undicht. Strahlenden Müll unter solchen Bedingungen zu lagern, ist so unverantwortlich wie ein Atomkraftwerk auf einer Erdbebenspalte zu bauen", konkretisierte Breuer die Kritik von Greenpeace.

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