Klimawandel bedrohlicher als angenommen

Greenpeace: Öl und Kohle bis 2050 vollständig ersetzen

Anlässlich der am Donnerstag in Bonn beginnenden Klimaverhandlungen und der jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse fordert Greenpeace weitreichende Schritte gegen den Klimawandel. Bis 2050 müsse die Nutzung von Öl und Kohle vollständig ersetzt werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Bislang hielten die Umweltschützer es für ausreichend, den CO2-Ausstoß der Industriestaaten um 30 Prozent bis zum Jahr 2020 zu verringern und den globalen Ausstoß bis zum Jahr 2050 zu halbieren. Doch nach neuesten Erkenntnissen sei der Klimawandel weitaus bedrohlicher als bislang angenommen. Geenpeace fordert daher von den Industrieländern, ihre Treibhausgase um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 zu reduzieren und bis 2050 vollständig aus der Nutzung von Kohle und Öl auszusteigen.

Die aktuelle Finanzkrise beweise, dass die Staatschefs sehr wohl in der Lage sind, sich unter Druck schnell abzustimmen und zu handeln, so Greenpeace. Auch Entwicklungsländer müssten schrittweise mit Maßnahmen zum Klimaschutz beginnen, um bis zum Jahr 2020 ihren prognostizierten Ausstoß von Treibhausgasen um 15 bis 30 Prozent zu verringern. Von den Industrieländern seien dazu finanzielle Hilfen in Höhe von jährlich mindestens 110 Milliarden Euro nötig.

In Bonn beginnen am Donnerstag internationale Klimaverhandlungen der UN. Unterhändler aus über 100 Staaten beraten, welche Maßnahmen zum Schutz des Klimas die Staats- und Regierungschefs auf der großen Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen beschließen sollen. Ein zentraler Streitpunkt werden in den kommenden zwei Verhandlungswochen die Reduktionsziele für Treibhausgase der Industrieländer sein.

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