Messungen

Greenpeace: Neue Atommüllbehälter strahlen stärker

Aus den beim aktuellen Atommülltransport ins Zwischenlager Gorleben eingesetzten neuen französischen Behältern kommt offenbar stärkere Strahlung als aus den alten Castoren. Die Strahlung sei um 40 Prozent höher als beim Castortransport im Jahr 2005, teilt die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Gorleben (ddp-nrd/sm) - Die von den neuen Behältern mit dem hoch radioaktiven Atommüll ausgehende Neutronenstrahlung sei noch in 14 Meter Entfernung mit 4,8 Mikrosievert pro Stunde mehr als 500-mal höher als die zuvor gemessene Hintergrundstrahlung durch Neutronen, sagte am Montag ein Sprecher der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Demnach lag die natürliche Hintergrundstrahlung der Neutronen am gleichen Ort wenige Stunden vorher bei etwa 0,009 Mikrosievert pro Stunde.

Damit sei die Strahlung noch einmal um 40 Prozent höher als beim Castortransport 2005, hieß es. Zwar liege die Strahlung vermutlich innerhalb der Grenzwerte. Dennoch würde man in direkter Nähe der Behälter innerhalb von wenigen Stunden die zulässige Jahresdosis erreichen.

"Die Belastung des Begleitpersonals, der Anwohner und der Demonstranten ist unverantwortlich", sagt Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. "Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über negative Wirkung auch von Niedrigstrahlung auf den Menschen wird immer eindeutiger. Gleichzeitig wird nicht dafür gesorgt, dass Atommüllbehälter weniger Strahlung abgeben."

Da das künftig aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague zurückkehrende strahlende Material deutlich radioaktiver sein wird, sind neue Behälter erforderlich. Diese müssen vom Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt werden.

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