Offener Brief

Greenpeace-Kritik an verzögertem Asse-Aufsichtswechsel

Greenpeace hat die Verzögerungen beim Aufsichtswechsel für das Atommülllager Asse kritisiert. Währenddessen würden in der Asse unter Bergrecht und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit Baumaßnahmen durchgeführt. Das Atommülllager müsse sofort unter das strengere Atomrecht gestellt werden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg/Hannover (ddp-nrd/sm) - Ursprünglich habe die Zuständigkeit bereits am 4. September vom Bundesforschungsministerium auf das Bundesamt für Strahlenschutz übergehen sollen, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief von Greenpeace an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die entsprechende Kabinettsentscheidung sei am Mittwoch jedoch erneut auf unbestimmten Zeitpunkt verschoben worden.

Greenpeace forderte, dass Asse sofort unter das strengere Atomrecht gestellt wird. Alle vorliegenden Messprotokolle und Bauvorhaben müssten der Öffentlichkeit bekanntgemacht werden. Die Bauarbeiten finden Greenpeace zufolge in einem Schacht in 775 Meter Tiefe statt, in dem zehn Jahre lang mit Cäsium 137 kontaminierte Lauge ausgelaufen ist. Die Aufsichtsbehörden im niedersächsischen Umweltministerium sowie im Bundesforschungsministerium hätten die Wassereintritte in den angeblich sicheren Salzstock jahrelang vertuscht.

"In dem Bergwerk wurde zu angeblichen Forschungszwecken radioaktiver Müll entsorgt, ohne die gefährlichen Konsequenzen zu überblicken", sagte Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven. Merkel müsse für eine zügige Aufklärung der Vorfälle in der Asse sorgen.

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