CO2-Ausstoß nicht geringer

Greenpeace: Kritik an Elektro-Mini von BMW und Vattenfall

BMW hat einen Elektro-Mini vorgestellt, den der Autobauer mit Strom des Energiekonzerns Vattenfall betreiben will. Laut Greenpeace sind die Elektro-Autos jedoch ähnlich klimaschädlich wie herkömmliche Modelle. Bei strombetrieben Fahrzeugen werde der CO2-Ausstoß lediglich "auf die Kraftwerke verlagert".

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/München (AFP/sm) – Bei dem Pilotversuch von BMW und Vattenfall sollen 50 der Elektro-Minis in Berlin fahren und an Stromtankstellen ihre Batterien aufladen können. Nach Angaben der Unternehmen sollen Praxistauglichkeit und Nutzerakzeptanz getestet werden, um Rückschlüsse auf eine künftige Serienproduktion von Elektrofahrzeugen zu bekommen.

CO2-Ausstoß wird laut Greenpeace nicht verringert

Greenpeace erklärte, der CO2-Ausstoß liege wegen des Vattenfall-Strommixes bei 133,5 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Dies wäre ähnlich viel wie bei einem durchschnittlichen Kleinwagen mit Verbrennungsmotor. Der Elektro-Smart, den Daimler und RWE in einem ähnlichen Projekt vorgestellt hatten, kommt laut Greenpeace auf einen CO2-Ausstoß von 90 Kilogramm pro Kilometer. Dies seien sogar noch zwei Gramm mehr als bei einem Diesel-Smart.

Grund für diese Klimabilanz sei, dass ein Großteil des Stroms aus den Kohlekraftwerken der beteiligten Energieversorger komme, erklärte Greenpeace. "Wer ernsthaft Klimaschutz betreiben will, kann nicht mit Energiekonzernen wie Vattenfall und RWE kooperieren." Wichtiger sei, "die aktuellen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor umweltfreundlicher zu gestalten".

Vattenfall: Mehr Ökostrom für Elektroautos

BMW und Vattenfall erklärten, der Mini werde mit "zertifiziertem grünen Strom" von Vattenfall betrieben. Ein Sprecher von Greenpeace wies diese Darstellung zurück: Der Vattenfall-Strommix werde durch die Betankung der Autos nicht geändert. Wenn also Ökostrom für die Minis verwendet werde, fehle dieser im restlichen Strommix. Aufgrund der Funktionsweise des Strommarkts sei es zudem unmöglich sicherzustellen, dass grüner Strom aus der Tankstelle komme.

Ein Sprecher von Vattenfall erklärte, dies Darstellung von Greenpeace lasse "die Zeitperspektive" außer acht. Sollten sich die Elektro-Autos künftig massenhaft verbreiten, müsse Vattenfall mehr erneuerbare Energie beschaffen und es ändere sich der Strommix.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte, Elektrofahrzeugen mit Batterie und Brennstoffzellenautos gehöre die Zukunft. "Nur mit Ökostrom wird ein Elektroauto zum echten Nullemissionsfahrzeug." Beide "Zukunftstechnologien" gehörten zusammen.

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