Täuschung der Bevölkerung

Greenpeace: Klimaschutz ist mit Atomkraft nicht zu machen

Für die CDU ist die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken das "Allheilmittel" für wirksamen Klimaschutz. Dabei verschweigt sie allerdings, dass a.) die Uranvorkommen auch nicht unendlich sind und b.) es derzeit noch kein sicheres Endlager gibt. Für Greenpeace ist das eine "vorsätzliche Täuschung".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (red) - Wirkungsvoller Klimaschutz ist mit einem Wiedereinstieg in die Atomenergie nicht möglich. Um alle Kraftwerke, die klimaschädliches Kohlendioxid austoßen, durch Atomenergie zu ersetzen, müssten in Deutschland 60 neue Atomkraftwerke gebaut werden. Das gehört zu den Kernaussagen eines Hintergrundpapiers der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Atomenergie auszubauen, wäre sogar schädlich für den Klimaschutz, weil das Geld, das in die Atomkraft fließt, bei erneuerbaren Energien fehle, heißt es weiter.

"Atomkraft als Klimaretter zu verkaufen, ist bloß ein Vorwand, um diese Hochrisikotechnologie schön zu reden. Das ist wie den Belzebub ins Haus holen, ohne wenigstens den Teufel los zu werden", erklärte Thomas Breuer, Atom-Experte von Greenpeace. Die Gefahren der Atomkraft liegen seiner Meinung nach im weiterhin möglichen Super-GAU, dem hochgradig strahlenden Atommüll, für den es kein sicheres Endlager gibt, und der Bedrohung durch Terroristen.

"Klimaschutz ist mit Atomkraft auch deshalb unmöglich, weil die Uranressourcen schon beim heutigen Ausbaustand der AKWs weltweit nur noch etwa 50 Jahre reichen", so Breuer weiter. "Das weiß auch die CDU. Heute einen Wiedereinstieg in die Atomtechnologie mit Klimaschutz zu begründen, ist vorsätzliche Täuschung der Bevölkerung, um Klientelpolitik besser aussehen zu lassen." Gleichzeitig fehle jeder Euro, der in Atomkraft gesteckt wird, beim Ausbau einer nachhaltigen Energiewirtschaft, die auf der Kraft aus Sonne Wind, Biomasse, Wasser und Erdwärme beruht.

Greenpeace fordert daher alle Parteien auf, Atomkraftwerke so schnell wie möglich abzuschalten und die Energiewende voran zu treiben.

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