Terroranschlägen auf AKWs

Greenpeace klagt gegen Hessen und Schleswig-Holstein

Zwei Jahre nach den Anschlägen des 11. September 2001 hat Greenpeace gemeinsam mit Anwohnern Klage gegen Schleswig- Holstein und Hessen eingereicht, um die Abschaltung der Atomkraftwerke Brunsbüttel und Biblis durchzusetzen. Die beiden über 25 Jahre alten Reaktoren seien baulich gegen einen geplanten Absturz eines Verkehrsflugzeuges völlig ungeschützt.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

"Seit zwei Jahren ignorieren die verantwortlichen Behörden, dass die Bedrohung für Atomkraftwerke drastisch gestiegen ist", sagt Stefan Schurig, Leiter des Energiebereiches bei Greenpeace, "der Staat stellt damit die finanziellen Interessen der Stromkonzerne über den Schutz der Bevölkerung vor Anschlägen." Keines der 19 deutschen Atomkraftwerke sei gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeuges gesichert. Die Meiler Brunsbüttel und Biblis A seien allerdings besonders gefährdet: Ihre Außenhülle sei nur gegen den Absturz eines kleinen Sportflugzeuges ausgelegt.

Grundlage der Greenpeace-Klage ist das "Kalkar-Urteil" des Bundesverfassungsgerichtes von 1978. Es legt fest, dass die Betreiber von Atomkraftwerken und der Staat verpflichtet sind, Schutzmaßnahmen gegen Risiken zu treffen.

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