Emnid-Umfrage

Greenpeace: Informationsdefizit bei Wiederaufarbeitung

Morgen soll wieder ein Transport abgebrannter Brennelemente in die Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield stattfinden. In diesem Zusammenhang hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Umfrage in Auftrag gegeben. Diese belegt, dass nur 20 Prozent der Deutschen wissen, welche Gefahren die Wiederaufarbeitung birgt.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Knapp zwei Drittel der Deutschen sagen, dass sie nicht wissen, was in so genannten "Wiederaufarbeitungsanlagen" mit dem Atommüll gemacht wird. Je ausgeprägter das Wissen der Menschen über die Umweltfolgen der "Wiederaufarbeitungsanlagen" in La Hague (Frankreich) und Sellafield (Großbritannien) ist, desto eher befürworten sie einen vorzeitigen Stopp der Atomtransporte dorthin. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Emnid diese Woche im Auftrag von Greenpeace durchgeführt hat. Anlass ist der für voraussichtlich nächsten Dienstag geplante Atomtransport aus den Atomkraftwerken Neckarwestheim und Biblis nach Sellafield.


Greenpeace-Energieexperte Veit Bürger: "Statt mit millionenschweren Anzeigenkampagnen für einen schlechten Atomkonsens zu werben, sollte Rot-Grün lieber endlich offen legen, welche Schäden deutscher Atommüll im Ausland anrichtet. Schröder und Trittin haben augenscheinlich kein Interesse daran, die Wahrheit über La Hague und Sellafield auszusprechen, weil sich dann wohl immer mehr Menschen auf die Schienen setzen würden, wenn ein Castor rollt." Als Oppositionsparteien hatten SPD und Grüne in mehreren Gutachten nachgewiesen, dass von den "Wiederaufarbeitungsanlagen" hohe ökologische Gefahren ausgehen. Die Untersuchung ergab, dass nur etwa 20 Prozent der deutschen Bevölkerung über ein hohes Vorwissen bezüglich der gesundheitlichen und ökologischen Folgen der "Wiederaufarbeitung" verfügen.

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