Zu gefährlich

Greenpeace: Geplante Atomtransporte sind "Spiel mit dem Feuer"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert einen sofortigen Transportstopp für Atommüll, weil diese bei der derzeitigen Sicherheitslage ein "Spiel mit dem Feuer" seien.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Nach Informationen der Umweltschutzorganisation Greenpeace wollen deutsche Atomkraftwerksbetreiber am kommenden Mittwoch ungeachtet der Diskussion über das Risiko neuer Terroranschläge Atomtransporte nach Frankreich durchführen. Insgesamt sieben Behälter mit Atommüll aus dem norddeutschen Atomkraftwerk Brunsbüttel und anderen Kraftwerken sollen nach Frankreich transportiert werden.

Obwohl das Bundesumweltministerium, die Atomaufsichtsbehörden einiger Bundesländer, die Reaktorsicherheitskommission sowie die Atomindustrie eingestanden haben, dass weder Kernkraftwerke noch Atommüllbehälter ausreichend gegen terroristische Anschläge geschützt sind, soll an dem Fahrplan für die Transporte in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague festgehalten werden. "Die ganze Welt redet von mehr Sicherheitsvorkehrungen gegen mögliche terroristische Anschläge, und die Stromkonzerne haben nichts Besseres zu tun, als mit den Atomtransporten ein zusätzliches Risiko zu schaffen", ist Veit Bürger, Energieexperte bei Greenpeace, entrüstet. "Kernkraftwerke und Atomtransporte gehörten auch schon vor dem elften September zu den verwundbarsten Stellen im Land. Aber in einer solch aufgeheizten Weltlage Atommüll über Tausende Kilometer durch Europa zu transportieren, ist ein Spiel mit dem Feuer."

Die Behälter, in denen der Atommüll transportiert wird, würden keinen ausreichenden Schutz gegen Anschläge bieten, argumentieren die Aktivisten. Die Tests, die mit ihnen durchgeführt worden seine, bildeten realistische Unfallszenarien nur unzureichend ab. So müsse ein Atombehälter beim Feuertest zwar ein 800 Grad heißes Feuer für einen Zeitraum von einer halben Stunde unversehrt überstehen. Kerosinbrände nach einem Flugzeugabsturz erreichen aber höhere Temperaturen und dauern wesentlich länger. Angesichts der derzeitigen Sicherheitslage fordert Greenpeace von den Atomkraftwerksbetreibern als Sofortmaßnahmen die sofortige Abschaltung aller 19 deutschen Atomreaktoren, einen sofortigen Transportstopp für Atommüll und Auskunft darüber, welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen an den Reaktoren, Zwischenlagern und sonstigen Atomanlagen ergriffen werden.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Anti-Atomkraft-Bewegung

    Atomausstieg: Bund will Konzerne bei Mitfinanzierung festnageln

    Um die Rückstellung der Atomkonzerne zur Finanzierung des Atomausstiegs zu sichern, hat das Bundeskabinett eine neue Regelung beschlossen. Damit sollen vor allem mögliche Schlupflöcher wegen der geplanten Aufspaltungen der Firmen geschlossen werden.

  • Atomenergie

    Medien: Kommission schlägt Atom-Entsorgungs-Pakt vor

    Bis 2022 soll auch der letzte Atommeiler ausgeschaltet werden. Wo die verstrahlten Überreste der Anlagen verbleiben sollen und wer für die Entsorgung aufkommen soll, steht hingegen noch nicht fest. Ein neuer Vorschlag der Atom-Kommission sieht einen Finanzpakt zwischen den Konzernen und dem Staat vor.

  • Stromtarife

    BfS genehmigt weitere Castor-Transporte

    Das Bundesamt für Strahlenschutz hat acht weitere Castor-Transporte von Philippsburg und Brunsbüttel in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague genehmigt. Sie müssen bis 31. Dezember stattfinden.

  • Stromnetz Ausbau

    Greenpeace fordert Ablehnung der Atom-Novelle

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht im vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts einen "eklatanten Widerspruch zu rot-grünen Wahlversprechen".

  • Strompreise

    Greenpeace-Protestaktion gegen Atomtransport aus Biblis

    Greenpeace-Aktivisten haben sich an die Gleise des hessischen Kernkraftwerks Biblis gebunden, um einen für morgen geplanten Transport von abgebrannten Brennelementen nach La Hague zu behindern.

Top