Geschenke

Greenpeace fordert Versteigerung von Emissionszertifikaten

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in einem offenen Brief an die neue Bundesregierung gefordert, die Kohlendioxid-Zertifikate künftig nicht mehr zu verschenken. Stattdessen sollten sie - ähnlich wie seinerzeit die UMTS-Lizenzen - versteigert werden. Dazu sei eine Änderung der Richtlinie nötig.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (red) - Die kostenlose Vergabe von Kohlendioxid-Emissionszertifikaten an die Energiekonzerne kommt einer Industriesubvention gleich. Dies prangerte die Umweltschutzorganisation Greenpeace jetzt in einem offenen Brief an die designierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, SPD-Chef Franz Müntefering und die neuen Mitglieder des Bundestages an.

Diese Milliardengeschenke setzen nach einer Greenpeace-Analyse falsche Marktsignale, verzerren den Wettbewerb und behindern effektiven Klimaschutz. Die Aktivisten fordern daher, die Emissionszertifikate nicht mehr kostenlos zu vergeben, sondern an die Industrie zu versteigern. Das würde für die Energiekonzerne Anreize schaffen, den Kohlendioxid-Ausstoß deutlich zu verringern. "Es ist absurd, bei den Koalitionsverhandlungen jeden Cent zweimal umzudrehen, aber gleichzeitig auf Milliarden Euro Einnahmen zu verzichten", erläuterte Greenpeace Energieexperte Karsten Smid.

Um die Zertifikate ähnlich wie die UMTS-Lizenzen zu versteigern, müsse die EU-Emissionsrichtlinie umgehend überarbeitet werden, forderte Greenpeace.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Elektroauto

    Kaufprämie für Elektroautos erntet nicht nur Beifall

    Für E-Autos steht erneut die Kaufprämie zur Diskussion, schließlich steht auch das Ziel der Bundesregierung zu der Verbreitung der Fahrzeuge auf dem Spiel. Die Elektroprämie findet aber nicht nur Befürworter: Kritiker sehen sie vielmehr als zweischneidiges Schwert.

  • Stromnetz Ausbau

    Energieintensive Industrie will Emissionshandel aussetzen

    "Rendite oder Arbeitsplätze" - um diese Frage geht es laut WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) bei der momentanen Einpreisung der von der Bundesregierung kostenlos ausgegebenen Kohlendioxid-Zertifikate in den Strompreis. Daher sollte der Emissionshandel bis zur Lösung des Problems ausgesetzt werden.

  • Stromtarife

    dena: Klimaschutz gibt es nicht umsonst

    Ist der Emissionshandel an den hohen Strompreisen schuld? Diese Frage diskutierten in dieser Woche Vertreter aus Energiewirtschaft, Industrie und Wissenschaft im Rahmen eines Expertengesprächs, zu dem die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) eingeladen hatte. Hierbei wurden die verschiedenen Effekte des Emissionshandels deutlich.

  • Stromtarife

    Hohe Energiepreise: Politik appelliert an die Konzerne

    Bundeskanzler Schröder und CDU-Chefin Merkel haben am Wochenende Maßnahmen gegen die hohen Energiepreise gefordert. CSU-Chef Stoiber sprach sich für eine Aufhebung der Öl-Gaspreis-Kopplung aus. Unterstützung erhielt er von EnBW-Chef Claassen, Widerspruch kam von Gazprom-Vorstand Miller.

Top