Chaos

Greenpeace energy fordert Regulierungsbehörde ab Januar 2004

Größtes Hindernis für eine gesunde Entwicklung des Ökostrommarktes bleiben die hohen Netznutzungsgebühren. Das ist das Resümee der Stromgenossenschaft Greenpeace energy zu ihrem vierjährigen Bestehen. Dennoch wird der bundesweite Ökostromanbieter seine Preise zum Jahreswechsel 2004 nicht erhöhen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die jüngst veröffentlichten Pläne der E.ON-Netz AG, ihre Netzgebühren um zehn Prozent erhöhen zu wollen, ist ein Schlag ins Gesicht der Verbraucher, und das aus rein taktischen Überlegungen heraus", kritisiert Greenpeace energy Vorstand Robert Werner. Nach Einschätzung von Greenpeace energy versuchen die Netzbetreiber ein halbes Jahr vor Arbeitsbeginn der Regulierungsbehörde, die Netzgebühren auf ein noch höheres Niveau als bisher zu bringen.

Dafür nutzen die Netzbetreiber ein für die ersten sechs Monate des kommenden Jahres drohendes "Regulierungsloch": Die bislang auf freiwilliger Basis gültige Verbändevereinbarung II plus, mit deren Hilfe der liberalisierte Strommarkt funktionieren sollte, läuft zum Jahresende aus. Die Regulierungsbehörde wird aber frühestens zum Juli 2004 ihre Arbeit aufnehmen können. "Für diese Zwischenzeit müssen wir uns wohl auf die ein oder andere Unverschämtheit der Netzbetreiber gefasst machen", befürchtet Werner, der die sofortige Einrichtung einer Regulierungsinstanz für dringlicher denn je ansieht.

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