Transparenz

Greenpeace energy fordert Angabe aller Stromquellen auf Stromrechnung

Die Nennung aller Stromquellen auf der Stromrechnung fordert der Hamburger Stromanbieter Greenpeace energy. Eine einfache Unterteilung in "Atomenergie", "Fossile Energie" und "Erneuerbare Energien" reicht seiner Meinung nach nicht aus. Transparenz lasse sich nur durch maximale Qualität der Information erreichen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (red) - Der Stromanbieter Greenpeace energy eG fordert bei der anstehenden Pflicht eines Herkunftsnachweises für Strom die Nennung aller Stromquellen. Eine einfache Unterteilung in "Atomenergie", "Fossile Energie" und "Erneuerbare Energien" reicht seiner Meinung nach nicht aus.

"Transparenz lässt sich nur durch maximale Qualität der Information erreichen - nur so erfährt der jeweilige Kunde, wie umweltverträglich der Strom ist, den er geliefert bekommt und für den er bezahlt", erläuterte Unternehmenssprecher Jan Haase den Standpunkt seines Unternehmens. "Die Verbraucher müssen verlässliche und vergleichbare Entscheidungsgrundlagen für die Wahl ihres Stromanbieters bekommen. Darauf haben Sie ein Anrecht."

Nach dem zur Zeit diskutierten Entwurf eines neuen Energiewirtschaftsgesetzes werden alle Stromanbieter zur Stromkennzeichnung verpflichtet. Mit der vorgesehenen Regelung erfüllt das zukünftige Gesetz entsprechende Auflagen der EU-Richtlinie aus dem Jahr 2003. Der Nutzen für die Verbraucher hängt laut Greenpeace energy jedoch wesentlich von der Umsetzung der Stromkennzeichnung ab.

Greenpeace energy fordert, folgende Merkmale einer Stromkennzeichnung im neuen Energiewirtschaftsgesetz verbindlich festzuschreiben: (1) Nennung aller wesentlichen Stromquellen: Atomenergie, Braunkohle, Steinkohle, Erdgas, Wasser, Wind, Sonne, Biomasse (letztere vier, soweit nicht nach EEG vergütet). Angegeben werden soll außerdem der Anteil, der nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vergütet wird. (2) Leserfreundliche und bei allen Stromanbieter einheitliche Darstellung des "Herkunfts-Labels". (3) Angaben zur Umweltbelastung durch Atom- und Kohlekraft, dargestellt in Kilogramm Kohlendioxid und Becquerel (Strahlung des radioaktiven Abfalls). (4) Hinweise auf den Bezug von Informationen zum Stromsparen und Effizienzsteigerung. (5) Angaben zum Herkunftsland des Stroms.

Greenpeace energy veröffentlicht seinen Strommix seit Beginn der bundesweiten Lieferung im Jahre 2000. Seit diesem Sommer erhalten die über 22.000 Haushalts- und Gewerbekunden auf ihrer Stromrechnung zusätzlich einen "Strom-Herkunftsnachweis", der den Forderungen entspricht.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsmasten

    Verbraucherschützer: Netzentgelte müssen transparenter werden

    Die Netzentgelte kosten Stromkunden rund 240 Euro im Jahr. Experten zufolge könnte der Betrag um etwa ein Zehntel geringer ausfallen. Das Problem: Die Zusammensetzung der Netzkosten ist intransparent, nur die Regulierungsbehörden wissen darüber Bescheid, wie genau die Netzbetreiber rechnen.

  • Atomkraft

    Wind liefert günstigeren Strom als AKW Hinkley Point C

    Gegen die Subventionierung des britischen AKW Hinkley Point C reichte Greenpeace 2015 Klage ein. Mit einer Studie will die Umweltschutzorganisation nun zeigen, dass es eine deutlich günstigere Möglichkeiten der Stromerzeugung gibt, die Strom mit Hilfe von erneuerbaren Energien produzieren würde.

  • Stromnetz Ausbau

    Greenpeace Energy feiert Fünfjähriges mit informativer Festveranstaltung

    Aufgrund seines fünfjährigen Bestehens veranstaltet Greenpeace Energy im Oktober einen Kongress über die Perspektiven von Ökostrom. Gerade interessierte Verbraucher sollen mit dieser Veranstaltung angesprochen werden. Sie sollen sich informieren und sind gleichzeitig auch zur Jubiläumsfeier eingeladen.

  • Strompreise

    Brandenburg sieht Zukunft in Biomasse

    Die traditionsreiche Braunkohleregion Lausitz in Brandenburg will in den kommenden Jahren einen Strukturwandel vollziehen. Neben der Entwicklung von kohlendioxidfreien Kohlekraftwerken durch Vattenfall und die TU in Cottbus, sollen auch die erneuerbaren Energien stärker in der Vordergrund rücken.

  • Hochspannungsleitung

    Baden-Württemberg: Primärenergieverbrauch auf Vorjahresniveau

    Das Statistische Landesamt in Baden-Württemberg hat jetzt die Energiebilanz für 2002 vorgelegt: Wichtigster Energieträger war das Mineralöl (39 Prozent). An zweiter Stelle steht die Kernenergie mit 26 Prozent, gefolgt von Erdgas (17 Prozent) und Kohle (13 Prozent). Erneuerbare Energien folgen mit drei Prozent.

Top