Forderung

Greenpeace: Energiekonzerne sollen Asse-Kosten übernehmen

Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace sollen die Energieversorger die Kosten für die Schließung des maroden Atommülllagers Asse übernehmen. Es sei nachgewiesen, dass eine große Menge radioaktiver Abfall über das Forschungszentrum Karlsruhe entsorgt wurde.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Greenpeace-Aktivisten kippten am Mittwoch in Berlin eine symbolische Lkw-Ladung Pferdemist gespickt mit gelben Atommüllfässern vor die Berliner Vertretung des Energiekonzerns EnBW.

"EnBW, RWE und Co. haben jahrzehntelang vom Prinzip Asse profitiert: Erst am Atomstrom verdienen, dann den Atommüll in die nächstbeste Grube verklappen", sagte Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer. Es sei "radioaktive Abzocke", dass die nun entstehenden Kosten der Steuerzahler tragen solle. Auf einem Banner stand zu lesen: "Stromkonzerne: Wer Atommüll produziert, muss auch dafür zahlen".

Nach Greenpeace-Angaben stammen alleine knapp zwei Drittel der Radioaktivität im Atommülllager Asse aus dem EnBW-Atomkraftwerk Obrigheim, sechs Prozent aus Abfällen aus RWE-Atomkraftwerken und weitere zwei Prozent aus Atommeilern von E.ON und Vattenfall.

Nachweislich hätten die Stromkonzerne große Teile des radioaktiven Abfalls aus ihren Atomkraftwerken über das Forschungszentrum Karlsruhe entsorgt. Jedoch ließen sich lediglich sechs Prozent der Asse-Radioaktivität eindeutig dem Forschungsbereich zuordnen.

Insgesamt wurden knapp 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Müll zwischen 1967 und 1978 in das Bergwerk gebracht.

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