Greenpeace besetzt Überwachungsturm im Zwischenlager Gorleben

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Aus Protest gegen die bevorstehenden Atomtransporte aus Frankreich nach Deutschland sind heute 40 Greenpeace-Aktivisten in das Gelände des Zwischenlagers Gorleben eingedrungen. Die Umweltschützer stiegen in den frühen Morgenstunden mit Hilfe einer Spezialleiter über die Stacheldrahtzäune der Anlage und kletterten anschließend auf den 30 Meter hohen Überwachungsturm neben der Lagerhalle. Dort entrollten sie ein Transparent mit der Forderung "Stop Castor".


Ende des Monats sollen - erstmals seit dem Transportstopp von 1998 - 85 Tonnen Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) La Hague in das umstrittene Zwischenlager gebracht werden. Greenpeace will mit der Aktion darauf hinweisen, dass die Zwischenlagerung von Atommüll das Entsorgungsproblem nicht löst. "Hochradioaktiver Atommüll wird quer durch das Land nach Gorleben gefahren, um irgendwann wieder an einen anderen Ort gebracht zu werden," sagt Veit Bürger, Energieexperte bei Greenpeace. "Das Zwischenlager Gorleben dient nur als Verschiebebahnhof für Abfälle, die Jahrhunderte lang strahlen und für die es weltweit kein sicheres Endlager gibt. Solange Atomkraftwerke laufen, wird sich dieses Dilemma Tag für Tag verschärfen."


Im Zwischenlager Gorleben dürfen sowohl abgebrannte Brennelemente aus den deutschen Atomkraftwerken als auch hochradioaktiver Abfall aus der WAA La Hague zwischengelagert werden. Die Halle des Zwischenlagers hat auf einer Fläche von 5200 Quadratmetern Platz für 420 Atombehälter mit hochradioaktiven Abfällen. Zur Zeit befinden sich insgesamt acht gefüllte Atom-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll in der Lagerhalle, die zwischen 1995 und 1997 nach Gorleben transportiert wurden: fünf mit abgebrannten Brennelementen aus den Atomkraftwerken Philippsburg, Neckarwestheim und Gundremmingen sowie drei aus La Hague. Gorleben ist das bisher einzige Zwischenlager in Deutschland, das WAA-Abfälle annehmen darf.

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