Anti-Atom

Greenpeace besetzt Förderturm in Gorleben

Die Umweltschützer von Greenpeace demonstrieren derzeit in Gorleben gegen Atommülltransporte nach Gorleben, die in den nächsten Tagen stattfinden sollen. Die Aktivisten fordern, die Transporte in die Region zu beenden und den unsicheren Salzstock Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager aufzugeben.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Gegen den bevorstehenden Castor-Transport ins Wendland protestieren seit heute früh 100 Greenpeace-Aktivisten auf dem Gelände des geplanten Atommüll-Endlagers Gorleben. Die Umweltschützer haben einen 40 Meter hohen Förderturm auf dem Gelände erklommen und dort ein Banner befestigt. Greenpeace fordert von der Bundesregierung, die Castor-Transporte in die Region zu beenden und den unsicheren Salzstock Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager aufzugeben. Es bestehe die Gefahr, dass der Atommüll dort langfristig das Grundwasser verseucht.

Bislang ist der Salzstock Gorleben noch kein Endlager, sondern wird "erkundet". 1995 wurde aber das so genannte Zwischenlager in direkter Nachbarschaft in Betrieb genommen. 32 Behälter mit Atommüll lagern dort bereits, in der Woche ab dem 10. November 2003 werden erneut zwölf Castoren aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague erwartet. "Jeder Castortransport ins Zwischenlager zementiert auch das geplante Endlager. Der Hintergedanke ist klar: Wenn der ganze Müll hier schon steht, will man ihn auch gleich hier vergraben. Dazu darf es aber nicht kommen", erklärt Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler.

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