Mehrtägige Aktion

Greenpeace besetzt Förderturm auf Asse-Gelände

Umweltschützer haben am Mittwoch den Förderturm des Atommülllagers Asse II besetzt. Die rund 20 Greenpeace-Aktivisten forderten die Rückholung des in dem ehemaligen Salzbergwerk lagernden radioaktiven Materials, wie ein Sprecher der Organisation sagte. Die Aktion sollte mehrere Tage andauern.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wolfenbüttel (ddp/sm) - In die Asse wurden bis 1978 rund 126.000 Fässer mit schwach und mittel radioaktivem Atommüll gebracht, darunter mehrere Kilogramm Plutonium. Aus unbekannter Quelle dringt Salzlauge in das Bergwerk, ein Teil davon ist radioaktiv belastet. Umweltschützer warnen vor einem Absaufen der Grube, auch nach offiziellen Angaben ist die Standsicherheit nur noch kurze Zeit gewährleistet.

"Dieser Atommüll ist eine tickende Zeitbombe im Berg", sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Es dürften weder Kosten noch Mühen gescheut werden, die gefährliche Situation zu bereinigen. Laut Greenpeace schätzen Gutachter die Kosten für eine Rückholung des Atommülls auf mindestens 2,3 Milliarden Euro. Sie sollen nach Auffassung der Umweltschützer durch diejenigen Bundesländer und Betreiber von Atomkraftwerken getragen werden, die den Atommüll in die Asse geliefert haben.

"Die Einlagerung von Atommüll in Salz ist im Bergwerk Asse II offensichtlich gescheitert", sagte Smital. Er forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, dem Endlagerstandort Gorleben eine Absage zu erteilen.

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