Atomstreit

Greenpeace beklagt "Gespenster-Debatte"

Als Reaktion auf die Debatte zur künftigen Energieversorgung Deutschlands fordert die Umweltorganisation Greenpeace eine Versachlichung der Diskussion. Ein Sprecher sieht eine verzerrte Darstellung des Nutzens der Atomkraft und sieht die Enzscheidung bei den Verbrauchern durch die Wahl ihres Stromversorgers.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - "Was Bundeswirtschaftsminister Glos und die Energieversorger da um den Weiterbetrieb deutscher Uralt-Atommeiler losgetreten haben, ist eine Gespenster-Debatte", sagt Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace. Die Probleme der Atomkraft seien seit ihrer Einführung vor über 50 Jahren nicht gelöst: Es gäbe weltweit keine sichere Endlagermöglichkeit für hochradioaktiven Atommüll. Das Risiko eines Super-GAUs könne nicht ausgeschlossen werden. Die Verbreitung so genannter ziviler Atomtechnologie versetzt immer mehr Länder in die Lage, Atombomben bauen zu können. Nach einer Emnid-Umfrage vom Juli 2005 im Auftrag von Greenpeace wollten die Menschen in Deutschland keine Atomenergie.

"Auch beim Thema Versorgungssicherheit fällt Wirtschaftsminister Glos durch Unwissenheit auf", so Breuer. Der Rohstoff für Atomkraftwerke kommt zu knapp 90 Prozent neben Kanada und Australien als Hauptproduzenten aus Kasachstan, Russland, Niger, Namibia und Usbekistan. Die Lieferländer sind demnach Länder, auf die Deutschland kaum Einfluss besitzt. Zudem steht Deutschland bei der Uran-Versorgung in scharfer Konkurrenz mit den Uran-Großabnehmern USA, Frankreich, Japan und Russland, die ebenfalls Brennstäbe für ihre Atomreaktoren brauchen.

Fakt sei, dass die Preise für endliche Rohstoffe, wie Uran zur Atomstromgewinnung, Öl, Kohle und Gas sich aufgrund ihrer Verknappung immer weiter verteuern werden. Im Gegensatz dazu haben die "Rohstoffe" für Erneuerbare Energien wie Wind, Wasser, Sonne und Erdwärme keinen Preis. Zu einer Verknappung kann es durch die unendliche Verfügbarkeit nicht kommen. Die Kosten lägen nur im Betrieb der Kraftwerke und deren Herstellung. Das bedeute langfristige Preisstabilität mit verlässlichen Kalkulationsgrundlagen für Unternehmen und Verbraucher.

"Letzten Endes haben die Verbraucher das Wort und die Wahl", sagt Thomas Breuer. Jeder Verbraucher könne sich seinen Stromversorger und damit die Art seiner Stromversorgung aussuchen und so ein Signal zu mehr Strom aus sauberen Energiequellen setzen. "Auf diesem Weg lässt sich die Debatte um die Atomenergie schneller beenden als es manch einem Politiker in diesem Land lieb ist", kommentiert Breuer.

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