Potenziale vorhanden

Gönner will Abfälle für Energiegewinnung stärker nutzen

Baden-Würrtembergs Umweltministerin Tanja Gönner sieht bei der Verwertung von Abfällen noch Nachholbedarf. Die vorhandenen Potenziale würden bisher nicht optimal ausgeschöpft, sagte Gönner auf Tagung zum Thema Abfall als Ressource. Sie forderte die Abfallwirtschaft zu einem Umdenken auf.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Ludwigsburg (ddp-bwb/red) - Abfälle müssten als wertvolle Rohstoff- und Energiequelle begriffen werden. Gerade in rohstoffarmen Ländern wie Deutschland seien sie eine "wahre Schatztruhe". Gönner zufolge leistet die Abfallwirtschaft zwar einen zunehmenden Beitrag zur Energieversorgung und zum Klimaschutz. Es gebe aber noch Luft nach oben.

Gönner sieht ungenutztes Potenzial

Während die stoffliche Verwertung von Müll ein hohes Niveau erreicht habe, lasse die Nutzung für die Energiegewinnung noch zu wünschen übrig. Dies gelte vor allem für Bio- und Grüngutabfälle. Diese Abfälle müssten für die Nutzung in Biogasanlagen noch besser erfasst werden. Die Ministerin kündigte dazu eine Studie an. 2007 wurden im Land 150 Gigawattstunden Strom aus Bio- und Grüngutabfällen erzeugt, was für 43.000 Haushalte ausreicht.

Strom für 100.000 Haushalte aus Müll

Auch bei der Müllverbrennung sieht Gönner noch ungenutztes Potenzial. Ihren Angaben zufolge wurden im vergangenen Jahr in den sechs Müllverbrennungsanlagen im Land 612.000 Megawattstunden Strom erzeugt, womit 100.000 Haushalte versorgt werden können. Die in den Müllheizkraftwerken anfallende Abwärme werde jedoch nur zu zwei Dritteln genutzt, mehr als 600.000 Megawattstunden an Wärme gingen ungenutzt verloren. Gönner schlug vor, bei den Anlagen Unternehmen mit hohem Wärmebedarf anzusiedeln, um dieses Potenzial besser auszuschöpfen.

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