In Baden-Württemberg

Gönner: Keine unzulässige Strahlenbelastung durch Atom-Anlagen

Die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg hat ihren Jahresbericht 2004 zur Überwachung der Radioaktivität in der Umgebung kerntechnischer Anlagen vorgelegt. Ergebnis: Es kam zu keiner unzulässigen Strahlenbelastung der Bevölkerung durch Atomkraftwerke.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - "In Baden-Württemberg ist es im vergangenen Jahr zu keiner unzulässigen Strahlenbelastung der Bevölkerung durch den Betrieb kerntechnischer Anlagen gekommen." Dies erklärte Umweltministerin Tanja Gönner bei der Vorstellung des Jahresberichts 2004 der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU) zur Überwachung der Radioaktivität in der Umgebung kerntechnischer Anlagen.

Die LfU nehme jährlich in der Umgebung von kerntechnischen Anlagen über 900 Proben, an denen etwa 1200 unterschiedliche Radioaktivitätsbestimmungen vorgenommen werden, erläuterte Gönner. Auf ihren Radioaktivitätsgehalt untersucht würden Wasser, Luft- und Bodenproben, aber auch pflanzliche und tierische Nahrungsmittel wie Milch oder Fisch.

In einigen Fällen seien zwar mit hochempfindlichen Messverfahren künstlich erzeugte Radionuklide nachgewiesen worden, so Gönner weiter. Diese Spuren stammten allerdings überwiegend noch aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 sowie von früheren oberirdischen Kernwaffenversuchen aus den Zeiten des Kalten Krieges. Die festgestellten Befunde allgemein niedriger, künstlicher Radioaktivitätskonzentrationen in den Umweltproben belegten, dass es bei den überwachten kerntechnischen Anlagen keine Ableitungen in ungenehmigter Höhe gegeben habe. Eine unzulässige Strahlenbelastung der Bevölkerung in Baden-Württemberg durch den Betrieb der überwachten Anlagen könne daher mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

Die von der LfU überwachten Gebiete liegen bei den baden-württembergischen Kernkraftanlagen Obrigheim, Neckarwestheim, Philippsburg, bei den kerntechnischen Forschungseinrichtungen Karlsruhe und Heidelberg sowie auf der deutschen Seite bei grenznahen ausländischen Anlagen des Elsass und der nördlichen Schweiz. Die Verteilung der Probennahme- und Messorte sowie die Auswahl der Probenmedien richten sich nach bundeseinheitlichen Vorschriften und erstrecken sich im Umkreis von etwa zehn Kilometern um die kerntechnischen Anlagen.

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