Fehler zugegeben - das reicht?!

Gnadenfrist: Meyer bleibt im Amt

Es scheint für CDU-Generelsekretär Lauranz Meyer doch noch ein glückliches Weihnachtsfest zu werden: Seine Chefin zeigte sich gestern gnädig und entschied, weiter mit ihm zusammenzuarbeiten. Grund: Meyer habe zwar Fehler gemacht, diese aber zu gegeben. Das zu viel gezahlte Geld will er jetzt bedrüftigen Kindern spenden.

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Berlin (ddp/sm) - CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer bleibt im Amt. Meyer habe Fehler gemacht, aber diese zugegeben, sagte CDU-Chefin Angela Merkel am Montag in Berlin. Deshalb habe sie entschieden, weiter mit ihm zusammenzuarbeiten. Der 56-Jährige war wegen Zahlungen des Energiekonzerns RWE in Bedrängnis geraten.

Merkel sagte, sie sei nach eingehenden Gesprächen überzeugt, dass Meyer alle Fakten auf den Tisch gelegt habe. Mit der Annahme einer Zahlung im Juli 2000 habe er zwar "einen Fehler gemacht". Und das "kann und darf so nicht stehen bleiben", betonte Merkel. Es sei deshalb richtig, dass Meyer die Summe für wohltätige Zwecke spenden wolle. In Abwägung des eingeräumten Fehlers und der bisher guten Zusammenarbeit in den vergangenen rund vier Jahren sei sie jedoch zu der Auffassung gelangt, dass sie mit Meyer weiter arbeiten wolle, sagte Merkel.

Meyer war zuvor zwar bei seiner Haltung geblieben, wonach die umstrittenen Zahlungen des Energiekonzerns RWE an ihn nicht zu beanstanden sind. Er sei sich aber mit Blick auf die Probleme vieler Menschen in diesen Tagen bewusst, dass die zweite Zahlung von 160 000 D-Mark nicht verstanden werde. Er werde deshalb den ihm ausgezahlten Betrag für die SOS-Kinderdörfer spenden.

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