Warnung

Glücksspiele im Internet sind oft illegal

Wer an Glücksspielen im Internet teilnimmt, läuft Gefahr, gegen geltendes Recht zu verstoßen. Im schlimmsten Fall ist nicht nur der Gewinn weg, sondern es drohen auch Strafzahlungen. Deshalb sollte man prüfen, ob das gewünschte Spiel nicht verboten ist.

Justiz© fotogestoeber / Fotolia.com

Berlin (dpa/tmn/red) - Egal ob beim Pokern, Roulette oder Black Jack - im Kasino hoffen Spieler auf schnelles Geld. Doch Vorsicht, wer sein Glück bei Internet-Anbietern versucht, verstößt leicht gegen geltendes Recht oder riskiert das zumindest. "Online-Kasinos sind in Deutschland nicht genehmigungsfähig", erklärt der Rechtsanwalt und Glücksspielexperte Martin Jaschinski aus Berlin. Wer dennoch daran teilnimmt, muss unter Umständen mit empfindlichen Strafen rechnen.

2100 Euro Strafe für Black-Jack-Spieler

So verurteilte das Amtsgericht München nun einen Spieler, der im Jahr 2011 Black Jack gespielt und viel Geld gewonnen hatte (Az.: 1115 Cs 254 Js 176411/13). Das Internet-Kasino des Anbieters aus Gibraltar war in Deutschland aber nicht zugelassen. Die Folge: Der Mann musste eine Geldstrafe von 2100 Euro zahlen - sein Gewinn von 63.490 Euro wurde eingezogen. In den Nutzungsbedingungen sei darauf hingewiesen worden, dass das Spiel in einigen Ländern verboten ist. Die Teilnehmer sollten selbst prüfen, welche Gesetze für sie gelten. Diese Hinweise hätte der Spieler lesen müssen, so das Gericht.

Regelungen nicht mit EU-Recht vereinbar

Aus Sicht von Jaschinski, der auch Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (DAV) ist, ist dieses Urteil allerdings juristisch angreifbar. Denn die bestehenden Regelungen in Deutschland zum Internet-Glücksspiel seien nicht ohne weiteres mit EU-Recht in Einklang zu bringen. Das gelte erst recht nicht für die gesetzlichen deutschen Regelungen aus dem maßgeblichen Jahr 2011, bei denen der Europäische Gerichtshof die Europarechtswidrigkeit festgestellt habe. "Es ist fraglich, ob ein solches Urteil einer Überprüfung standhält."

Das Risiko für Spieler, entdeckt zu werden, ist nach Ansicht des Juristen zwar relativ gering. Wer es eingeht, sollte aber wissen, dass er damit gegen Strafrechtsnormen verstößt und deutsche Gerichte im Fall des Falles unter Umständen auf eine Geldstrafe entscheiden.

Quelle: DPA

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