CO2-Handel

Glos: Verzicht auf Kernenergie belastet Strompreise

Bundeswirtschaftsminister Glos sieht durch das EU-Klimaschutzpaket und den damit verbundenen Zertifikatehandel "erhebliche Wettbewerbsnachteile für die deutsche Energiewirtschaft". In einem Gespräch mit der "Leipziger Volkszeitung" sagt er: "Es ist Fakt, dass Kernkraftwerken durch den CO2-Zertifikatehandel keine zusätzlichen Kosten entstehen".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Leipzig (ddp.djn/sm) - In Deutschland müssten die Betreiber der überwiegend mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerke diese Kosten einkalkulieren und sie an ihre Stromkunden weitergeben. Frankreich hingegen habe einen Kernenergieanteil am Strommix von fast 80 Prozent. "Insofern wird der Zertifikatehandel in Deutschland und in Frankreich zukünftig zu ausgeprägten Verzerrungen führen."

Bleibe es beim Ausstieg aus der Kernenergie, würden sich diese Belastungen weiter zuungunsten Deutschlands verschieben, sagte er dem Blatt. Glos schlug vor, Zusatzgewinne aus längeren Laufzeiten der Meiler für Projekte aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz einzusetzen.

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