Konsequenzen aus Gasstreit

Glos richtet Arbeitsgruppe zur Gasversorgungssicherheit ein

Bundeswirtschaftsminister Glos hat eine Arbeitsgruppe zur Gasversorgungssicherheit eingerichtet. Diese solle prüfen, welche langfristigen Konsequenzen der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine für die künftige Versorgung Europas und Deutschlands mit Erdgas hat, teilte sein Ministerium am Montag in Berlin mit.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (AFP/ddp/sm) - Diskutiert werden sollten unter anderem die Diversifizierung der Bezugsquellen und der Transportwege sowie Gasspeicher. Bei einem ersten Treffen soll die Arbeitsgruppe bereits am Donnerstag unter Leitung von Staatssekretär Jochen Homann mit der Gaswirtschaft zusammenkommen.

"Der Streit zwischen der russischen Gazprom und der Ukraine über den Gastransit hat uns die Bedeutung des Themas Gasversorgungssicherheit wieder drastisch vor Augen geführt", erklärte Glos. Trotz der Lieferausfälle sei die Versorgungslage bei Gas in Deutschland allerdings dank unterschiedlicher Bezugsquellen und Transportwege "stabil". "Erdgas wird auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zum Energiemix leisten", fügte der Minister hinzu.

Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche, erklärte, vor dem Hintergrund des anhaltenden Streits zwischen Russland und der Ukraine müsse der deutsche Energiemix breit aufgestellt und der Gasanteil bei der Stromerzeugung möglichst gering bleiben. Sie fügte hinzu: "Die Alternativen sind klar, Erneuerbare Energien, moderne Kohlekraftwerke sowie eine Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke."

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